Wegweiser durch die Technik

  • A. Kamine Block 1/3

  • Kamine Block 1/3

    Die Kamine dienen der Ableitung der Rauchgase der Kessel und der Hilfskessel in die Atmosphäre. Die Rauchgase werden vor Eintritt in die Kamine gereinigt, nämlich im Elektrofilter entstaubt, in den Rauchgasentschwefelungsanlagen entschwefelt und in der DeNOx-Anlage entstickt.

    Technische Daten

    • Mündungshöhe Kamin Block 1: 150 m
    • Mündungshöhe Kamin Block 3: 180 m
  • B. DeNOx-Anlage Block 1/3

  • DeNOx-Anlage Block 1/3

    Die Rauchgase der Feuerung enthalten Reaktionsprodukte des Luft- bzw. Brennstoffstickstoffs mit dem Luftsauerstoff, sog. Stickstoffoxide, kurz NOx. Diese Stickoxide werden den Rauchgasen in einer eingenen verfahrenstechnischen anlage, der "DeNOx"-Anlage, auf chemischem Weg entzogen.

    Der Begriff "DeNOx" ist ein Kunstbegriff und setzt sich aus der lat. Vorsilbe "de = ent" und der chemischen Formel NOx für Stickoxide zusammen. Eine DeNOx-anlage ist also eine Entstickungsanlage. Das Prinzip des hier eingesetzten Entstickungsverfahrens beruht darauf, dass Ammoniak (NH3) und Stickoxide (N2) reagieren (Katalysatoren sind Stoffe, die eine chemische Reaktion ermöglichen oder beschleunigen, ohne an der Reaktion teilzunehmen).

    Da die Rauchgase der Ensdorfer Kraftwerksfeuerungen in entstaubtem Zustand entstickt werden, spricht man von einer "Low-Dust"-anordnung der DeNOx-Anlage (Low 0 niedrig, Dust = Staub).

  • C. Saugzüge

  • Die beiden Saugzüge des Blockes 3 haben die Aufgabe, die bei der Verbrennung der Kohle entstehenden Rauchgase aus dem Kessel abzusaugen und über die Rauchgas-Reinigungseinrichtungen in den Kamin zu drücken. Darüber hinaus wird über die einstellbare Fördermenge der Saugzuggebläse ein konstanter Unterdruck in der Feuerung geregelt.

    Technische Daten:

    • Antriebsleistung: 2 x 4,1 MW
    • Rauchgasmenge bei Volllast: ca. 1,1 Mio. Nm3/h
  • G. LUVO (Luftvorerwärmer)

  • LUVO (Luftvorerwärmer)

    Der Luftvorerwärmer wird im Dampfkesselbau "LUVO" genannt. Er ist dem Kessel nachgeschaltet und wird somit vom Rauchgas beaufschlagt und dient der Vorwärmung der Verbrennungsluft. Der LUVO ist die letzte Heizfläche im Rauchgasstrom die zur Vorwärmung der Verbrennungsluft dient. Nach dem LUVO folgt der Elektrofilter, hier werden die vom Rauchgas beauftragten Staubpartikel gefiltert. Nach dem E-Filter gelangen die vorgereinigten Rauchgase zur RWE (Rauchgasentschwefelungsanlage). Hier werden diese wie der Name schon sagt, von den Schwefelanteilen befreit. Durch das waschen der Rauchgase im Wäscher sind diese aber nun soweit abgekühlt, dass ein Abtransport durch den Schornstein nicht möglich wäre (Thermik). Also werden diese abgekühlten Rauchgase nun durch den Wärmetauscher geleitet um die kalten Rauchgase vorzuwärmen damit nun der Abtransport über den Schornstein erfolgen kann.

    Der LUVO entzieht dem Rauchgas Wärme und überträgt diese an die über Ventilatoren angesaugte Frischluft. Diese Wärme muss nicht mehr vom Brennstoff bereitgestellt werden und die Heizflächen können geringer dimensioniert werden. Aus diesem Griund werden LUVOS bis zur maximal möglichen Grenze ausgelegt, welche durch den Taupunkt des Rauchgases bestimmt wird. Die erhitzte Luft sorgt für eine bessere Zündwilligkeit des Brennstoff-Luftgemisches das dem Kessel wieder zugeführt wird. Da der LUVO dem Rauchgas Wärme entzieht, wird dieses abgekühlt und verlässt mit einer geringeren Temperatur den Schornstein. Der Abgasverlust des Kessels wird verringert und der Kesselwirkungsgrad steigt in demselben Maße. In Kohlekraftwerken stellt der LUVO die Trocknungswärme für die Kohlemühlen bereit. Primär- und Sekundärluft.

  • H. Frischluft-Gebläse Block 3

  • Frischluft-Gebläse Block 3

    Die auch Frischlüfter genannten Gebläse des Blockes 3 haben die Aufgabe, die zur Verbrennung der Kohle erforderliche Luft zum einen über der Kesseldecke und zum andern von außen anzusaugen. Über entsprechende Luftkanäle wird die Frischluft einem rauchgasbeheizten Luftvorwärmer, dem LUVO, zugeführt. Dieser Wärmetauscher heizt die Frischluft auf Temperaturen von bis zu 340 °C auf. Ein Teil dieser heißen Luftgelangt dann als Mühlenluft ("Primärluft") zur Trocknung und Förderung des Brennstoffes zu den Kohlemühlen, der andere, weitaus größere Teil als Verbrennungsluft ("Sekundärluft") zu den Kohlenstaubbrennern. Die Frischlüfter Block 3 sind Axialgebläse mit im Betrieb durch Ölhydraulik verstellbaren Laufschaufeln zur Einstellung der Fördermenge.

    Technische Daten

    • Antriebsleistung: 2 x 3 MW
  • I. und J. Kesselhaus Block 1 und 3, Ebene 0 m

  • Kesselhaus Block 1 und 3, Ebene 0

    Das Kesselhaus dient zur Aufnahme der Kesselanlagen mit ihren Hilfsaggregaten:

    • Dampferzeuger mit Feuerraumwänden, Heizflächen, zu- und ableitende Rohrleitungenfür Wasser und Wasserdampf
    • Frischluftgebläse und zu- und ableitende Kanäle für Luft und Rauchgase,
    • kombinierte Zündöl- und Kohlenstaubbrenner mit ihren Brennstoffzuführungen,
    • Mahltrocknungsanlagen für Kohle (Bunker, Zuteiler, Mühlen),
    • Entaschungsanlagen (Nassentascher, Granulatbänder),
    • Aufzugsanlagen

    Das Kesselhaus hat eine Länge von ca. 110 m,
    Breite von ca. 50 m,
    Höhe von 50 m für Block 1 und 70 m für Block 3.

    Es hat weiterhin die Aufgabe, den durch die Maschinenanlagen erzeugten Lärm und Staub von der Kraftwerksumgebung fernzuhalten, die Anlagen vor Witterungseinflüssen zu schützen und die Rückgewinnung des Wärmeverlustes des Kessels zu ermöglichen, indem z. B. unter der Kesselhausdecke warme Luft angesaugt und nach weiterer Erwärmung als Verbrennungsluft verwendet wird.

  • K. Turbosatz Block 1/3

  • Turbosatz Block 1/3

    Turbosatz Block 3 - Turbine Block 3

    Die Turbine besteht aus drei hintereinander angeordneten Teilturbinen: je einem einflutigen Hoch- und Mitteldruckteil und einem zweiflutigen Niederdruckteil. Im Mitteldruckgehäuse und in den NIederdruckgehäusen sind mehrere Dampfanzapfungen zur Speisewasservorwärmung und Fernwärmeentnahme vorhanden.

    Der Frischdampf strömt vom Kessel durch Leitungen über Schnellschluss- und Regelventile in die Hochdruck-Turbine. Nach einer ersten Entspannung in den Schaufelreihen der HD-Turbine gelangt der Dampf, dann bei ca. 35 bar auf 320 °C abgekühlt, zur Wiederaufheizung in den Zwischenüberhitzer ("ZÜ") des Dampferzeugers. Am ZÜ-Austritt ist der Dampf dann wieder 530 °C heiß (bei einem Dampfdruck von ca. 30 bar) und wird der Mitteldruckturbine zugeführt. Nach erneuter Entspannung gelangt der Dampf durch die Überströmleitungen zur Niederdruckstufe der Turbine. HIer wird er auf Kondensatordruck (Vakuum) entspannt.

    Technische Daten:
    Frischdampfdruck: 170 bar
    Frischdampftemperatur: 530 °C
    Dampfdurchsatz: 960 to/h

    Turbosatz Block 1 - Turbine Block 1

    Die Turbine besteht wie beim Block 3 aus drei hintereinander angeordneten Teilturbinen: je einem einflutigen Hoch- und Mitteldruckteil und einem zweiflutigen Niederdruckteil. Im Mitteldruckgehäuse und in den Niederdruckgehäusen sind mehrere Dampfanzapfungen zur Speisewasservorwärmung und Fernwärmeentnahme vorhanden.

    Der Frischdampf strömt vom Kessel durch Leitungen über Schnellschluss- und Regelventile in die Hochdruck-Turbine. Nach einer ersten Entspannung in den Schaufelreihen der HD-Turbine gelangft der Dampf, dann bei ca. 45 bar auf 350 °C abgekühlt, zur Wiederaufheizung in den Zwischenüberhitzer ("ZÜ") des Dampferzeugers.

    Am ZÜ-Austritt ist der Dampf dann wieder 530 °C heiß und wird der Mitteldruckturbine zugeführt. Nach erneuter Entspannung gelangt der Dampf durch die Überströmleitungen zur Niederdruckstufe der Turbine. HIer wird er auf Kondensatordruck (Cakuum) entspannt.

    Weitere technische Daten:
    Frischdampfdruck: 170 bar
    Frischdampftemperatur: 530 °C
    Dampfdurchsatz: 360 to/h

  • L. Bunker

  • Bunker

    Die über die Schrägbänder zur Innenbekohlungsanlage der Blöcke 1 und 3 transportierte Kohle wird über ein Förderbandsystem auf 4 x 2 Bunkertaschen, wovon jeweils zwei Bunkertaschen einer Kohlemühle zugeordnet sind, verteilt. Unterhalb jedes Doppelbunkers ist eine weitere Kohlefördereinrichtung installiert, der sogenannte "Kohlenzuteiler". Er zieht über eine umlaufende Förderkette Kohle aus den Bunkern ab und transportiert sie über den Kohlenfallschacht zur Kohlemühle. Die Fördermenge des Zuteilers wird über die Drehzahl der Förderkette eingestellt.

  • M. Kohlenzuteiler, Kohlenstaubbrenner, Block 3, Ebene 15 m

  • Kohlenzuteiler, Kohlenstaubbrenner, Block 3, Ebene 15 m

    Die gemahlene und getrocknete Kohle wird pneumatisch von je einer Mühle über verteilende Rohrleitungen zu vier Kohlenstaubbrennern gefördert. Vereinfacht gesagt besteht ein Brenner aus drei Stahlzylindern, die konzentrisch ineinander geschoben sind. Im inneren Zylinder befindet sich die Ölzündeinrichtung des Brenners. Zwischen innerem und mittlerem Zylinder wird das Kohlenstaub-Luft-Gemisch in die Brennkammer eingeblasen. Im Zwischenraum zwischen dem mittleren und äußeren Zylinder strömt die zur Verbrennung benötigte heiße Verbrennungsluft zur Feuerung.

  • N. Freiluftschaltanlage

  • Freiluftschaltanlage

    Die Freiluftschaltanlage stellt die elektrische Verbindung zwischen Kraftwerk und elektrischen Übertragungsnetzen dar. Sie besteht im Wesentlichen aus Leitungen, Schaltern, Sammelschienen, Messwandlern und Transformatoren.

  • O. Kühlturmanlage Block 3

  • Kühlturmanlage Block 3

    Der Naturzugnasskühlturm des Blocks 3 ist neben den beiden Kaminen das höchste Bauwerk am Standort Ensdorf. Er hat die Aufgabe, das vom Turbinenkondensator kommende warme Kühlwasser nach dem Gegenstromprinzip abzukühlen.

    Das warme Kühlwasser wird über Rohrleitungen und einen Steigeschacht auf einer Höhe von ca. 10 m den Rinnen des Wasserverteilsystems zugeführt. Durch Verrieselung fließt das Wasser an den Kühleinbauten aus Kunststoff herab und fällt als feine Tropfen zurück in das Kühlturmbecken. Die durch die Erwärmung im Kühlturm, verstärkt durch die Kaminwirkung des Kühlturms, angesaugte und nach oben steigende Umgebungsluft kühlt im Gegenstrom das nach unten fallende Wasser ab (Konvektionskühlung). Die Wärme wird am Wasser hauptsächlich durch Verdunstung entzogen, herbeigeführt an der Filmoberfläche der Rieseleinbauten und an der zusammen genommen sehr großen Oberfläche der vielen Wassertröpfchen.

    Technische Daten:

    Basisdurchmesser: 78 m
    Oberkante Kühlturmmündung: 116 m
    Durchmesser Kühlturmmündung: 45 m
    Kühlwasserdurchsatz: 30 000 m³h
    Verdunstungsverlust: ca. 500 m³/h

  • P. Hauptkühlwasserpumpen

  • Hauptkühlwasserpumpen

    Zwei Hauptkühlwasserpumpen fördern das kalte Kühlwasser dann au dem Kühlturmbecken zum Kondensator und weiteren Verbrauchern, u. a. den Wärmetauschern der Nebenkühlwassersysteme, zurück. Der durch Verdunstung entstehende Kühlwasserverlust, sichtbar an den Wasserdampfschwaden des Kühlturms, wird durch der Saar entnommenes und aufbereitetes Zusatzwasser ersetzt.

  • Q. Kesselspeisepumpen Block 1 und 3

  • Kesselspeisepumpen

    Die Kesselspeiseeinrichtung am Block 1 besteht aus insgesamt 3 Kesselspeisepumpen: Zwei elektrisch angetriebenen 50%-Pumpen ("Teillastpumpen") sowie einer dampfturbinen-angetriebenen 100%-Pumpe. Nur diese Volllastkesselspeisepumpe ist für sich alleine in der Lage, die für die maximale Kraftwerksleistung erforderliche Speisewassermenge in den Dampferzeuger zu drücken. Ihr Antrieb erfolgt durch eine Dampfturbine , die über Anzapfdampf aus der Hauptturbine gespeist wird. Die Anpassung der Pumpenförderleistung an den jeweiligen Wasserbedarf erfolgt durch Drehzahlregelung der Turbine.

    Technische Daten Teillastpumpen:
    max Förderleistung: 2 x 190 to/h
    Antriebsleistung: 2 x 2,5 MW

    Technische Daten Volllastkesselspeisepumpe:
    max. Förderleistung: 380 to/h
    Antriebsleistung: 5 MW

    Die Teillast-Kesselspeisepumpen mit Elektromotorantrieb werden im An- und Abfahrbetrieb sowie in Fällen, in denen die Volllast-Kesselspeisepumpe nicht zur Verfügung steht, eingesetzt.

    Die Kesselspeisepumpen Block 3 haben die Aufgabe, dem Dampferzeuger das zur Verdampfung erforderliche Speisewasser zuzuführen (Zwangdurchlauf). Im Block 3 wird das für die Verdampfung notwendige Speisewasser ausschließlich mit Hilfe elektrisch angetriebener Kesselspeisepumpen in den Dampferzeuger gedrückt. Hierzu stehen 3 mal 50%-Pumpen zur Verfügung. Bei Volllastbetrieb der Kesselanlage sind 2 mal 50%-Kesselspeisepumpen in Betrieb, eine Pumpe steht in Reserve.

    Technische Daten:
    Max. Förderleistung: 3 x 480 to/h
    Antriebsleistung: 3 x 6,6 MW

  • R. Speisewasserbehälter

  • Speisewasserbehälter

    Im Speisewasserbehälter wird Speisewasser vorgehalten, was kontinuierlich einem Dampferzeuger zugespeist wird. In Dampfkraftwerken werden große Mengen von Speisewasser benötigtz. Der Dampfkessel erzeugt Wasserdampf, der zum Beheizen, für verfahrenstechnische Prozesse oder zum Antrieb einer Dampfturbine genutzt wird. Das Speisewasser wird so aufbereitet, dass für den Betrieb des Kessels schädliche Bestandtgeile des Wassers entfernt oder in Stoffe umgesetzt worden sind, die keine nachteilige Wirkung auf den Kesselbetrieb haben.

    Je nach Nutzung des Dampfes kann mehr oder weniger Dampf als Kondensatz wieder als Speisewasser genutzt werden. In einem Dampfkraftwerk müssen die Verluste durch Absalzung und thermische Entgasung durch Zusatzwasser ausgeglichen werden.

    Das Speisewasser besteht aus dem wiederverwendeten Kondensatz und aufbereitetem Zusatzwasser. 

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