Für Nachbarn

Frühzeitige Transparenz und Einbindung der Bürger

Ein Unternehmensstandort ist auch ein Zuhause für Menschen. Damit die zukünftigen Ansiedler sich harmonisch integrieren können, werden die Bürger vor Ort frühzeitig informiert.

Energie- und Ressourcenzentrum im Saarland bietet Industrieansiedlungsfläche

Gemeinde Ensdorf und VSE stellten Pläne für Kraftwerksgelände der Öffentlichkeit vor

Die VSE verfüge mit ihrem Kraftwerksgelände in Ensdorf über einen wahren Schatz im Saarland, der nun zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft und der beteiligten Partner weiterentwickelt werden müsse, so die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer auf der ersten Standortkonferenz Anfang April 2017 in Ensdorf. Dass Transparenz bei der Weiterentwicklung des Standorts Maß aller Dinge sei, darin waren sich Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust und VSE-Vorstand Dr. Gabriël Clemens vor rund 120 Zuhörern im gut gefüllten Bergmannsheim Ensdorf einig. Weitere Standortkonferenzen sollen folgen.

Auf dem rund 50 Hektar großen Gelände produzierte die VSE bis Ende 2017 Strom in zwei Kraftwerksblöcken. "Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke lobte daher das vorbildliche Engagement der VSE, frühzeitig die Weichen gestellt zu haben, den Standort als Energie- und Ressourcenzentrum so weiterzuentwickeln, dass industrielle Wertschöpfung im Saarland verbleibe und Arbeitsplätze gesichert bzw. zusätzlich entstehen können. Dezentrale Energieversorgung, Digitalisierung und Mobilität seien die Zukunftsthemen schlechthin und dafür biete der Standort Ensdorf ideale Voraussetzungen für die Industrie und Wirtschaft.

Standort mit idealen Voraussetzungen

In der Tat bietet der VSE-Kraftwerksstandort als Energie- und Ressourcenzentrum mit derzeit rund 50 Hektar freier Fläche über alles, was ein konkurrenzfähiger moderner Industrie- und Gewerbestandort bieten muss. Dazu gehören eine voll erschlossene Infrastruktur mit Autobahnanschluss, eine eigene Schiffsanlegestelle und Bahnanschluss, die komplette Breitbandversorgung mit Glasfaser, volleingerichtete Werkstätten, Labore, modern ausgestattete Büro- und Besprechungsräume, genügend Parkraum und Kantine. Eine Perle unter den zur Verfügung stehenden Industrie- und Gewerbeflächen, die es zu nutzen gelte, zumal in Zukunft immer weniger zusammenhängende Flächen im Saarland ausgewiesen würden, so die Ministerpräsidentin. Besonders wichtig und lobenswert sei es, dass nicht nur die Bürgerinnen und Bürger aus Ensdorf, sondern auch aus den umliegenden Kommunen wie Schwalbach, Bous und Saarlouis offen informiert und sogar aufgefordert seien, sich an der Weiterentwicklung "ihres" Standortes zu beteiligen.

"Der Standort Ensdorf hat das Potential, ein Modellprojekt mit Vorbildcharakter in Deutschland zu werden", so Bürgermeister Faust. In Kooperation mit der Gemeinde schafft die VSE aktuell Planungssicherheit, damit ansiedlungswillige und ins Konzept passende Unternehmen sich konkret mit diesem Projekt auseinandersetzen können.

Sicher ist bereits, dass auf dem Gelände keine petrochemische Industrie angesiedelt und auch kein Kohlekraftwerk errichtet wird. Zudem sieht der Entwicklungsplan weder Einzelhandel noch Baumärkte vor. Vielmehr wünschen sich die Planer Unternehmen, die die ökologische Standortbilanz verbessern und die regionale Kreislaufwirtschaft fördern, erklärte Umweltstaatssekretär Roland Krämer. Natürlich immer unter der Prämisse der Akzeptanz der Bevölkerung.

Deshalb sei die Entscheidung des EVS Entsorgungsverbands Saar richtungsweisend, auf dem Gelände das neue BioMasseZentrum für das Saarland zu errichten. Dort sollen ab 2020 rund 20.000 Tonnen saarländischer Grünschnitt und ab 2021 zusätzlich 55.000 Tonnen pro Jahr saarländisches Biogut aus den Biotonnen energetisch und stofflich verarbeitet werden. Der EVS sei offen für weitreichende Kooperationen, betont Georg Jungmann, EVS-Geschäftsführung. "Wir müssen nicht alles selbst machen. So kann das durch die Vergärung entstehende Gas durchaus von einem Partner weiterverwertet werden. Es ist ein offener Prozess, der künftig alle auf dem Gelände angesiedelten Partner in eine Win-Win-Situation bringen kann", so Jungmann weiter.

Läuft alles weiter planmäßig, könnte der Bau der Anlage 2018 starten. Geruchsbelästigungen und zusätzliche Verkehrsbelastungen mit 8.000 LKW-Fahrten pro Jahr durch Wohngebiete werden ausgeschlossen. Jede Anlage, die auf dem Gelände gebaut werde, müsse zuvor unter Umweltaspekten genehmigt werden, versicherte Roland Krämer. Außerdem liege die Planungshoheit allein bei der Gemeinde Ensdorf, so Jürgen Barke. Mit dieser Ankerinvestition sind rund zehn Prozent der zur Verfügung stehenden Fläche belegt.

VSE, Gemeinde und das Land über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft gwSaar ziehen an einem Strang, wenn es darum geht, passende Unternehmen für das Energie- und Ressourcenzentrum in Ensdorf zu gewinnen. Denn die Vorstellung, dass Unternehmen beispielsweise in der Energieversorgung, bei der Sektorenkopplung wie Umwandlung von Strom in Wärme, bei der Bereitstellung von Druckluft, Wärme, Kälte oder Licht, in der technologischen Weiterentwicklung oder in der Kreislaufwirtschaft synergetisch und intelligent zusammenarbeiten, um Kosten zu reduzieren, hat einen zukunftsfähigen und einzigartigen Charme: Ensdorf – ein Energie- und Ressourcen-Zentrum mit Zukunft für energieintensive Betriebe mit hoher Nachhaltigkeit.

Weitere Infos:

Dr. Klaus Blug oder Christian Heck,
T 0681 607-6202
E standortentwicklung@vse.de