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frage nach dem Haus ihrer Kindheit und der

Hausnummer. Und dann offenbart sich ein un­

glaublicher Zufall: Caren Büch ist meine Nach­

barin gewesen, vor 18 Jahren.

Ich kenne sie noch aus Kindertagen. ImAlter von

elf Jahren ist sie weggezogen. 18 Jahre haben

wir uns nicht gesehen. Damals hatte sie rotblon­

de Locken, spielte leidenschaftlich gern Tennis,

heute sind dieHaare dunkel, mal lockig, mal glatt

geföhnt, Tennis ist immer noch ihr Lieblingssport.

Caren Büch ist seit Jahren stets eine Frau unter

vielen Männern. Denn für ihr Berufsbild können

sich kaumFrauenbegeistern. Sie hat ander Saar­

brücker HTW Wirtschaftsingenieurwesen stu­

diert. Und somit gehört eine Frage zu den meist

gestellten in ihrem Leben: „Wie fühlt es sich an,

sich als Frau in einem klassischen Männer-Be­

rufsfeld zu behaupten?“ Sie lacht. „Das fragen

mich immer die meisten Menschen. Ich bin ge­

wohnt, viele Männer ummich zu haben. Ich liebe

nun mal Mathematik und Technik, beides macht

mir großen Spaß.“

Seit 2012 arbeitet sie bei der energis-Netzge­

sellschaft. Während des Studiums empfahl ihr

Professor Rudolf Friedrich, sich doch mal bei

der VSE-Tochter zu bewerben. Sie machte dort

ein sechs Monate dauerndes Praktikum, ver­

längerte um weitere sechs Mo­

nate und schrieb ihre Bachelor-

Arbeit über die Berechnung von

Baukostenzuschüssen bei ver­

schiedenen Spannungsebenen.

Danach bekam sie einen festen

Vertrag, heute umfasst ihr Arbeitsfeld ,,alles“was

bei der energis-Netzgesellschaft mit den kauf­

männischen Bereichen innerhalb des Gesetzes

für Erneuerbare Energien zu tun hat. Das klingt

kompliziert. Was macht sie da genau? „Wir be­

rechnen die Höhe der Förderung, die den Betrei­

bern von Erneuerbaren Energie-Anlagen zusteht

und kümmern uns darum, dass die Fördergelder

vom Übertragungsnetzbetreiber wieder zurück­

gezahlt werden.“

Mit ihrer Karriere geht es von Beginn an bei der

energis-Netzgesellschaft steil nach oben. Bei

der VSE-Gruppe absolvierte Caren Büch 2015

erfolgreich eine Weiterbildung zur Projektma­

nagement-Fachfrau. ImMärz dieses Jahreswur­

de sie für einen Nachwuchs-Fachkongress des

Bundes der Energiewirtschaft inBerlinnominiert.

„Junge Ideen für die Netzwirtschaft“ lautete das

Motto, der zweitägigen Veranstaltung, die eine

ideale Plattform für denDialog junger erfahrener

Experten in der Netzbranche bietet. Die besten

Innovationsideen werden mit einem Award aus­

gezeichnet. CarenBücherarbeitet ineiner Gruppe

von sieben Teilnehmern eine Idee. Sie entwickeln

die Idee für eine Netzbetreiber-App. „Ein ganz

besonderer individueller Service für die Kunden.

Sie können so alle Informationen des Netzbetrei­

bers auf dem Handy abrufen“, erläutert Caren

Büch. Sie präsentiert als Frontfrau im Namen

ihres Teams vor 700 geladenen

Gästen die Idee und gewinnt. Da

ließ es VSE-Vorstand Dr. Gabriël

Clemens – er ist für die energis-

Netzgesellschaft zuständig – sich

nicht nehmen, ihr persönlich zu

gratulieren. „Ich hätte nie gedacht, dass wir den

Wettbewerb gewinnen. Daswar ein tolles Gefühl“,

freut sich Caren Büch noch immer.

Woher nimmt sie die Energie für neue Ideen und

Projekte? Die Musik des deutschen DJs Robin

Schulz sowie der britischenFolk-RockbandMum­

ford&Sons geben ihr Power. Und der Tennisplatz,

dort verbringt sie gerne ihre Freizeit. Caren Büch

ist übrigens immer noch meine Nachbarin, sie

ist wieder ins gleiche Wohngebiet in Riegelsberg

gezogen, wohnt nur zwei Straßen vonmir entfernt.

Aber leider nicht mehr lange. Denn auch bei der

syna in Frankfurt hat man bereits von ihr gehört.

Sie bleibt dem RWE-Konzern treu und wechselt

zum1. Juli in dieMainmetropole, umeineweitere

neue Herausforderung anzunehmen. Sie wird als

Referentin für Netzwirtschaft arbeiten. Wir haben

vereinbart, dass wir uns treffen, egal wo. Es wird

garantiert keine 18 Jahre mehr dauern, bis wir

uns wiedersehen!

[ml]

„Ich liebe nun mal

Mathematik und Technik,

beides macht

mir großen Spaß.“