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Consulting ist wie in den ande­

ren Umsetzungsprojekten auch

moderierend und unterstützend

tätig. Neben den Betriebsräten,

die in diesem Prozess involviert

sind, werden die jeweiligen Auf­

sichtsgremien über den Fortschritt der Unter­

suchungen informiert.

Ziel bei diesemProjekt ist es, Synergien in einer

möglichen Zusammenarbeit imWasserbereich

auszuloten, um Kosten auf beiden Seiten zu re­

duzieren. Aber es gehe auch darum, Möglichkei­

ten zu untersuchen, wo undwie die hoheQualität

der Wasserversorgung weiterhin langfristig

gesichert undwomöglich sogar verbessert wer­

den könne, so Helmut Fuß, Vorstand der Stadt­

werke Saarbrücken Netz und Geschäftsführer

der energis-Netzgesellschaft. Aufgrund des

demografischenWandels und der anstehenden

Herausforderungen in derWasserwirtschaft sei

eine gemeinsameBetrachtung der sehr ähnlich

gelagerten Aufgaben in derWasserversorgung

sowieso geboten.

Sechs Themenfelder

Die Stadtwerke Saarbrücken Netz als größter

kommunalerWasserversorger und die energis-

Netzgesellschaft als großerWasservorlieferant

im Saarland haben dazu sechs Themenfelder

definiert. Die Federführung haben die jewei­

ligen Leiter Stefan Keller und Michael Klein.

Wohlbemerkt: Es geht ummögliche Synergien

der Zusammenarbeit bei derWassergewinnung

über die Aufbereitung bis hin zum Transport.

Denn in einem Punkt unterscheiden sich die

beiden Partner doch: Während die Stadtwerke

Netz auch die Endkundenmit Wasser beliefern,

ist energis-Netzgesellschaft bis auf Püttlingen

vorrangig Vorlieferant der Kommunen und ihrer

Wasserversorger.

Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen

Trinkwasserversorgung bleibe das A und O un­

abhängig vomProzessausgang, betont Bereichs­

leiter Wasser, Stefan Keller. Es gehe vielmehr

umdieOptimierungdesGesamtsystems, erklärt

Michael Klein von der energis-Netzgesellschaft.

Unterstellt man einen mengenmäßigen Rück­

gang des Wasserverbrauchs von ein Prozent

pro Jahr aufgrund des demografischenWandels

und der Wassersparmaßnahmen in Industrie

und Haushalten und nimmt die Entwicklung der

Extremwetterlagenwie die lang anhaltende Tro­

ckenheit imvergangenen Jahr zu, erkennt auch

>Weitere Infos:

helmut.fuss@energis-netzgesellschaft.de

stefan.keller@sw-sb.de

michael.klein@energis-netzgesellschaft.de

der Laie, vor welchen Herausfor­

derungen die Wasserwirtschaft

insgesamt steht. „Auf das gesam­

te Jahr bezogen haben wir zwar

rückläufige Mengen, aber lang

anhaltende hohe Lastspitzenwie

imJuli letzten Jahresmachen deutlich, dasswir

nicht einfach die Wasserinfrastruktur zurück­

bauen können“, soMichael Klein. Hier könnte der

Schlüssel in einer sinnvollenKooperation zweier

Partner liegen, um die Versorgungssicherheit

als hohes Gut weiterhin aufrechtzuerhalten. Die

gegenseitige Besicherung mit Trinkwasser ist

so ein Punkt der Untersuchung.

Ein weiteres Feld ist das Thema Energieeffizi­

enz. Schließlich benötigen beispielsweise die

Pumpen bei der Wassergewinnung viel Strom.

Eine gemeinsame Lagerhaltung oder auch der

einfache Erfahrungsaustausch, wie Energie im

Wasserwerk effizient eingesetzt wird, könnten

die Effizienz voranbringen und Kosten reduzie­

ren helfen.

Die gemeinsame Beschaffung von Betriebs­

mitteln, Materialien und Dienstleistungen, aber

auch der mögliche Dienstleistungsaustausch

sind ebenfalls Gegenstand einer möglichen

Zusammenarbeit. Schließlich könnten Fremd­

leistungen durch Vergabe an Dritte in beiden

Unternehmen weiter zurückgefahren werden,

wenn denn ausreichend Know-how und Kapa­

zitäten in den eigenen Reihen zur Verfügung

stehen. Die gemeinsame Nutzung des Labors,

z. B. für Trinkwasseranalysen, ist ein typisches

Beispiel dafür, wie noch enger zusammenge­

arbeitet wird. Auf diesem Gebiet kooperieren

die beiden Wasserversorger bereits. Dass der

Erfahrungsaustausch dazu gehört nach dem

Motto vomanderen lernen, ist eigentlich selbst­

verständlich. Einwichtiger Punkt ist zudemdie

gemeinsame Interessenvertretung gegenüber

zuständigen Genehmigungsbehörden – eine

Aufgabe, die auch über die entsprechenden

Verbände angepackt wird, und die zumBeispiel

für den Schutz des Grundwasservorkommens

immer wichtiger wird.

Das Heben von Synergien ist ein probatesMittel,

um die Kosten zu reduzieren. Schließlich küm­

mern sich die Wasserversorger neben der Ver­

sorgungssicherheit, Qualität undNachhaltigkeit

auch darum, dass das Lebensmittel Nummer 1

für die Verbraucher bezahlbar bleibt.

DieWasserkooperation kann dazu ihrenBeitrag

leisten.

[nea]