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Sie haben vor 2 Jahren ein schweres Erdbe-

ben erlebt. In einem Interview berichteten

Sie von einem „Riesenschock“, war das ein

Moment, wo Sie bedauert haben, ausgewan-

dert zu sein?

Nein! Es war ein Schock für uns alle hier, aber

uns hat es nicht wirklich getroffen. Auf der

Insel Bohol waren die Schäden bedeutend

größer und viele Ortschaftenwaren betroffen.

Haben Sie überhaupt mal an Ihrer Entschei-

dung gezweifelt?

Nein, nicht einen Tag!

Haben Siemanchmal Heimweh, nach der Pfalz,

denWäldern, demRegen, demguten deftigen

Essen, nach Freunden und Verwandten?

Klar vermisse ich meine Freunde und Ver-

wandten. Zum Glück gibt es eMail und Skype,

da sind die Verbindungen ja nicht ganz abge-

brochen, auch telefonieren ist nicht gar so

teuer. Bis jetzt habe ich es geschafft, jedes

Jahr nach Deutschland zu fliegen und treffe

da meine Lieben. Natürlich muss ich dann die

Speisen kosten, die ich das ganze Jahr nicht

haben kann. Ich genieße es da zu sein, aber

nach ca. 2 ½ Wochen fange ich an, Heimweh

nach hier zu bekommen. Ich fühlemichmeiner

Wahlheimat sehr verbunden.

Denken Sie daran, einmal nach Deutschland

zurück zu kommen?

Damüsste sehr viel passieren. Selbst wenn ich

mich hier nicht mehr selbst versorgen könnte,

wäre ich sicherlich mit Heimpflege – das gibt

es – besser aufgehoben als in irgendeinem

Pflegeheim in Deutschland. Und finanzieren

könnte man das auch noch alleine.

Viele von uns Daheimgebliebenen träumen

davon, ein neues Leben in neuer Umgebung

zu beginnen, was raten Sie diesen Menschen?

Was sollten sie bedenken?

Gut überlegen und vor allem vorher aus-

probieren. Ich habe vor meiner endgültigen

Entscheidung 6 Monate Probe gewohnt. Die

Philis sind nicht für jeden geeignet und ich

habe schon viele Dramen und gescheiterte

Existenzen erlebt. Wichtig ist, dass man mit

sich selbst klar kommt und im Reinen ist.

Auswandern ist keine Lösung, wenn man aus

der alten Heimat schon einen Rucksack voller

Probleme mitbringt.

Liebe Frau Lux, vielen Dank für dieses Ge-

spräch und weiterhin viel Glück!!!

[med]

VSE-Mitarbeiter Frank

Schneider besuchte Brigitte

Lux in ihrer neuen Heimat