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Sie realisieren dieses Festival seit nunmehr

einem Vierteljahrhundert. Das waren 14 Fes-

tivals quer durch die europäische Landschaft.

Wie schwierig ist es denn, ein solches Ereignis

umzusetzen?

Bernhard Leonardy: „Die Sponsorensuche wird

immer schwerer. Feste Zusagen werden oft kurz-

fristig zurückgezogen oder nicht eingehalten.

Das wirft den Finanzplan dann immer wieder

durcheinander. Jedes Abspecken am Programm

tut weh, also versuchen wir, die einzigartige Viel-

falt zu erhalten und das sorgt immer wieder für

schlaflose Nächte.”

Warum tun sie sich das denn immer wieder an?

Prof. Robert Leonardy: ”Ich habe mich immer

dafür geschämt, dass nur ein Prozent des Brut-

tosozialproduktes in Deutschland für Kultur

ausgegebenwird; dafür, dass sich nur drei Prozent

der Menschen überhaupt mit Musik und Kultur

beschäftigen. Dagegenmuss ich etwas tun, in den

Schulen, bei den Kindern, den Erwachsenen. Wer

kann denn heute bei uns noch ein Volkslied singen.

Wir verlieren unsere Kultur, aber da kräht kein

Hahn danach.”

Bernhard Leonardy: ”In China erleben wir genau

das Gegenteil. Dort ist die Teilhabe an Kultur und

Musik ein Statussymbol.”

Danke für das Gespräch und viel Erfolg ...

festival

VSE-Kommunikationschefin Marie-Elisabeth

Denzer sprach darüber mit den Festival-Leitern,

Prof. Robert Leonardy und Bernhard Leonardy.

Prof. Robert Leonardy: „Polen macht neugierig.

Ich bin der Meinung, dass man nicht immer die

Neunte von Beethoven rauf und runter spielen

muss, sondern auchmal die siebte von Penderecki

machen sollte. Der Mensch hat das Bedürfnis nach

was Neuem, nach Veränderung und ich verlange

eigentlich nur ein bisschen Neugier. Lutoslawski,

Penderecki, Gorecki, Szimanowski, Skrowaczewski

… mal ehrlich, wer kennt denn schon diese großen

Namen bei uns. Das muss sich ändern. Dass das

Meisterwerke sind, diewir hier zumerstenMal einer

breitenÖffentlichkeit vorstellen, ist das Faszinosum

dieses Festivals.“

Wenn man das Programm durchsieht, entdeckt

man aber noch ganz andere Überraschungen.

Prof.RobertLeonardy:„Ja,RogerCicerozumBei­spiel,

der ja nicht gleich in die klassische Kategorie fällt.

Oder Nigel Kennedy, der klassische Star-Geiger

abermit völlig neuer Ausrichtung. Bei uns spielt Ni-

gel Kennedy „Jimi Hendrix“. Wer hätte das gedacht.

Bei uns gibt es alle Spielarten. Zum Beispiel auch

das Event inReinheim. Da kann jedermit Wolldecke

und Picknickkorb kommen, dawird große polnische

Volksmusik-Kunst dargeboten…dagibt esdurchaus

verrückte Dinge, auf die ich mich sehr freue.”

>Weitere Infos:

www.musikfestspiele-saar.de