Previous Page  18 / 48 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 18 / 48 Next Page
Page Background

Wenn das Handwerk digital wird

Handwierk 4.0

D

ie Digitalisierung ist angekommen und

zwingt Unternehmensleiter ihre Ge-

schäftsmodelle und Dienstleistungspa-

lette neu zu überdenken. Diese tiefgrei-

fendenwirtschaftlichenundgesellschaftlichenVer-

änderungen zeigen bereits erste Auswirkungen im

Handwerk, angefangenbei der Produktionüber die

Weiterverarbeitung, Reparatur und Dienstleistung

bis hin zumkaufmännischen Bereich. Die Handwer-

ker können die Digitalisierung nicht aufhalten, sie

können ihr nur folgen. Es ist eine Frage des wirt-

schaftlichen Überlebens.

Trotzdem bietet die Digitalisierung Chancen für

neue Geschäftsaktivitäten zum Beispiel mit direk-

ten und indirekten Vorteilen im Kostenbereich, bei

der Organisation und bei Geschäftsbeziehungen,

ohne das Know-how und die maßgeschneiderte

Dienstleistung des Handwerks in Frage zu stellen.

Seit rund 15 Jahrenwurden in Luxemburgwichtige

Entwicklungen umgesetzt: im e-Commerce, bei di-

gitalen Inhalten, beim Cloud-Computing, Big Data

oder beimelektronischenZahlungsverkehr. Zudem

wurde viel Geld indiemoderne Kommunikationsin-

frastruktur investiert.

ImHerbst 2014machte die Regierungmit ihrer Stra-

tegie ‚Digital Lëtzebuerg’ einen wichtigen Schritt

nach vorne. Das Land soll sich auf der Basis neuer

Technologien in eine digitale Gesellschaft undWirt-

schaft wandeln, eine smarte Nation im Dienst der

Unternehmen und Bürger. Heute befindet sich das

Großherzogtummitten im digitalen Wandel.

Die Luxemburger Handwerkskammer, die neulich

ihr 111-jähriges Bestehen feierte, hat mit der Initi-

ative Handwierk 4.0 für die 51 Berufsverbände und

den 3.500 Mitgliedsunternehmen die digitale Kur-

ve gekriegt.

Inmotion hat Romain Schmit, Generalsekretär der

Handwerkskammer, nach den Herausforderungen

des digitalen Wandels für das Handwerk gefragt.

Inmotion: Herr Schmit, wie sehen die Kammer und

ihre Mitglieder den digitalen Wandel?

RomainSchmit: DieWelt verändert sichunddieDigi-

talisierung bietet zahlreiche Entwicklungsmöglich-

keiten für alle Sparten des Handwerks. Sie betrifft

nicht nur die Industrie, selbst wenn die Industrie-

unternehmengewisse Techniken einsetzenwiedas

Internet der Dinge, die Robotisierung, die smarte Fa-

brik. Aber auch imHandwerk gibt es Techniker und

Betreiber von Kommunikationstechnologien. Wir

brauchen Handwerker und qualifizierte Techniker,

um all‘ diese neuen Technologien in den Unterneh-

men vonmorgen einzusetzen genausowie bei den

Kunden. Das hat Jeremy Rifkin bei seinem Vortrag

seinesProjekts für Luxemburgdeutlichgemacht. Ob

es sich um eine Webseite handelt zur Wissensver-

mittlung oder zur Verkaufsförderung, um eine ERP-

Einkaufslösung, Auftragsbearbeitung, Lieferanten-

18

I

m

F

o

k

u

s