Kraftwerksdirektor Dr. Klaus Blug empfängt die Besucher am Pförtnerhaus und wer länger nicht mehr hier war, fühlt sich fremd. Wo früher der mächtige Kühlturm und die beiden letzten Schornsteine in den Himmel ragten, reihen sich nun kegelartige Gesteinshaufen aneinander. Die markantesten Bauten des Kraftwerkes sind verschwunden. Ende Juni wurden Kühlturm und Schornsteine gesprengt. Nun geht der Rückbau etwas unspektakulärer weiter. An allen Ecken und Enden wird mit großem Gerät gearbeitet, abgerissen, zerkleinert, zerschnitten und geschreddert. Dr. Blug und Vertreter der am Rückbau beteiligten Firmen Arcadis und Landwehr begleiten Dr. Tenge aufs Gelände. „Achtet darauf, wo Ihr hintretet“, warnt Dr. Blug. Auf dem Abrissgelände ragen immer noch Gesteinsplatten und Metallteile aus dem Boden, gefährliche Stolperfallen. „Die größte Herausforderung ist Arbeits- und Gesundheitsschutz,“ erklärt er. „Die Kolleginnen und Kollegen und auch Besucher sollen gesund hier ankommen und gesund auch wieder nach Hause gehen. Wenn man sich die Geräte hier anguckt, die großen Bagger, mit denen hier gearbeitet wird, dann ist die Gefahr immanent.“ Die Szenerie ist irgendwie apokalyptisch. Überall skelettierte Gebäudeteile, riesige Bagger und Schneidwerkzeuge zerlegen das, was vom alten Kraftwerk noch übrig ist. „Wir machen hier selektiven Rückbau, das ist ganz wichtig. Das heißt, wir schmeißen das Ganze nicht um und fangen dann in mühseliger Kleinarbeit an, alles wieder auseinander zu friemeln. Sondern wir beginnen in erster Linie mit der Schadstoffsanierung. Das heißt, zuerst werden alle kritischen Stoffe entfernt. Wenn das passiert ist, geht man an den Rückbau der Gebäude. Sie werden Vorstand vor Ort 30. Oktober 2024: VSE-Vorstand Dr. Stephan Tenge will sich am Standort des ehemaligen Kraftwerkes Ensdorf ein Bild von den Rückbauarbeiten machen. v.l.n.r.: Dr. Stephan Tenge, Dr. Klaus Blug und Jürgen Hanewald (Arcadis) 4 | VSE kontakt
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