Previous Page  5 / 52 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 5 / 52 Next Page
Page Background

oder der Uni Darmstadt, mit Unternehmen aus

der VSE-Gruppe und unter der Konsortialfüh-

rerschaft der Stadtwerke Saarlouis untersucht

das intelligente Zusammenspiel von Strom-,

Gas- und Wärmenetzen unterschiedlicher

Spannungsebenen mit Hilfe der

Informations- und Telekommuni-

kationstechnologie (IKT) anhand

eines realen Projekts in Saarlouis.

Die Erkenntnisse aus diesem For-

schungsvorhaben gehen ein in das

große Projekt Designetz, das Anfang

2017 startenwird. Designetz soll die

Bedienungsanleitung liefern für die

Energieversorgung der Zukunft.

(siehe nächste Seite).

Auch die beimIT-Gipfel 2016 vorge-

stelltenSmart Home-Anwendungen

werdenunsere Zukunft bestimmen.

Digitale Technik steuert alle energe-

tischen Anwendungen im Haus be-

quem von jedemOrt aus per Smart-

phone über schnelle Datennetze

und hat zudemdenWeg bereitet für

jedeMengeMehrwertdienste.Dann,

wenn der Kunde beispielsweise den

neuestenFilmaus derMediathek abruft, fährt zu

Hause schondie „Kinoleinwand“ runter oder die

geladenen Partygäste werden automatisch von

den neuestenMusikhits aus der Cloud begrüßt.

Lernsoftware bringtNutzernund Installateuren

den Umgang mit dieser neuen Technik bei und

weckt bei Verbrauchern neue Wünsche und

Begehrlichkeiten. Diese neuen digitalen Mög-

lichkeiten eröffnen künftig ganz neue Märkte.

Strukturwandel

Einer der Antreiber der Digitalisierung, Prof.

August-WilhelmScheer, betonte beimIT-Gipfel

2016, dass das Saarland vor einem noch nie

gekannten Strukturwandel steht, etablierte

Industrien es deutlich schwerer haben werden

als junge dynamische Startup-Unternehmen,

wenn sie die Digitalisierung nicht als Chance

begreifen. Kein Bundesland wäre aber so gut

geeignet wie das Saarland,mit denvorhandenen

Forschungseinrichtungen und der gut struk-

turierten Industrie digitale Industrie 4.0-An-

wendungen zukunftsweisend voranzubringen.

Diese Trümpfe, die Gründung von Netzwerken

zum Austausch von Erfahrungen, aber auch

die von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-

Karrenbauer eingeforderte neue Gründermen-

talität, sollen den digitalen Strukturwandel im

Saarland entscheidend voran bringen.

Dass die Digitalisierung die Kultur in den

Unternehmen komplett verändern wird, pro-

phezeite VSE-Vorstand Dr. Gabriël Clemens für

die Energiewirtschaft. Ständiges Lernen, mehr

Experimente inklusive einer höheren Fehlerto-

leranz, aber auch die Akzeptanz des Scheiterns

mit den daraus notwendigen Schlussfolgerun-

genwürden innovative Lösungen erst entstehen

lassen. Die Bereitschaft zur Kulturveränderung

derMitarbeiterinnen undMitarbeiter einherge-

hend mit der immer schneller werden Technik

war, ist und wird Grundlage für die ständige

Weiterentwicklung innovativer Unternehmen

bleiben.

Die Zukunft wird zeigen, ob das Saarland die

beim IT-Gipfel 2016 diskutierte Digitalisierung

tatsächlich als Chance begreift und sich zu ei-

nem digitalen Musterland im Zusammenspiel

von IT-Technik, Automotive und Energiewirt-

schaft entwickelt. Die angestrebte Vernetzung

kann Früchte tragen. „Saarland energetisch

digital“ könnte in der virtuellen Welt zu einer

echten Marke werden.

[nea]

Dr. Dirk Werth (AWSi), Johannes Hauck (Ha-

ger SE), Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer,

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

und VSE-Vorstand Dr. Gabriël Clemens (v.l.)

5