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„L

iebe Kristin, dass unser Strom von Cat­

tenom kommt, ist falsch. Er kommt von

deutschen Kraftwerken. Im Saarland haben

wir 4 davon: Bexbach, Quierschied, Fenne und

Ensdorf. Es sind Kohlekraftwerke …..“

Diesen Brief schreibt ein Opa an seine Enke-

lin. Und er hat – wie er uns schreibt – guten

Grund dafür. „Meine Enkelin, 9 Jahre, sagte

mir, ihre Mutter hätte gesagt, dass unser Strom

aus Cattenom kommt. Die Konsequenz wäre,

dass man Cattenom nicht wie oft verlangt,

stilllegen könnte. Mein Wunsch: Machen Sie

eine bildliche Darstellung und einen Text dazu

für unsere Schulen!“

Dem Wunsch des Opas kommen wir im Rah-

men des uns Möglichen gerne nach. Der Name

des engagierten Großvaters ist uns bekannt, er

bat aber, nicht mit Namen im kontakt genannt

zuwerden. Das wäre ihmdochunangenehm, so

inderÖffentlichkeit zu stehen. Das respektieren

wir natürlich, sind aber der Meinung, dass sein

Einsatz für die Energiewelt doch etwas Öffent-

lichkeit verdient.

In einer Skizze erklärte der Großvater seiner

Enkelin, was passieren muss, um die Netzfre-

quenz stabil bei 50 Hertz (oder, wie er schreibt,

die Netzspannung zwischen 220 und 240 V)

zu halten. Wenn zu wenig Wasser im See ist,

Wo der Strom

tatsächlich herkommt!

muss aufgefüllt werden, wenn zu viel, muss

abgelassen werden. So ähnlich verhält es sich

auch mit dem Strom.

Steigt die Frequenz über 50 Hertz, müssen

Kraftwerke abgeschaltet werden. Fällt sie unter

50 Hertz und heimische Kraftwerke können

nichtmehr liefern,muss Stromaus demAusland

importiert werden, evtl . auch Kernkraft-Strom

aus Cattenom.Was der Großvater nicht erwähnt

ist, dass bei Unterschreitung der Frequenz auch

Lasten, d. h. Verbraucher, zur Netzstützung ab­

geschaltet werden können. Wir danken diesem

engagiertenOpa für seinbeispielhaftes Engage-

ment, der jüngerenGenerationdie komplizierte

Energiewelt zu erklären.

[med]

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