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premiere

GridProtect

D

er Fortschritt der Energiewende und der

stetige Zubau dezentraler Stromerzeu­

gungsanlagen bedeuten einen Wandel des

Energieversorgungsnetzes und stellen den

Netzbetreiber vor neue Anforderungen. Der

eingespeiste, stark witterungsabhängige

Strom muss durch die Verteilnetze in Mittel-

und Niederspannung gesammelt werden und

bringt diese Netze oftmals an den Rand der

Übertragungskapazität. Die Hochspannungs­

netze übernehmen dabei die Aufgabe regio­

naler EEG-Transportnetze mit wechselnder

Stromflussrichtung und hoher Auslastung bis

an die Kapazitätsgrenze und darüber hinaus.

Diese Erkenntnis ist zugegebenermaßen nicht

neu in der Branche. Die übliche Lösung? Kauf

einer innovativen, hochgradig automatisierten

Softwarelösung.Was aber, wennkeinpassendes

Produkt am Markt verfügbar ist? Dann bleibt

nur: die Software selbst entwickeln, zur Markt-

reife bringen und anderen Netzbetreibern an-

bieten. Und genaudas ist bei der VSE geschehen!

Das Entwicklungsteam: Einmotivierter junger

Mitarbeiter der VSE Verteilnetz

GmbH, die VSE-Gruppemit ihrer

Strategie „Innovationen voran-

treiben“ und viel Praxiserfahrung sowie das

Institut für Elektrische Energiesysteme Power

Engineering Saar der htw saar in Saarbrücken.

Innerhalb eines Jahres wurde in Teamarbeit

aus einer gemeinsamen Idee, dem am Institut

vorhandenenNetzberechnungsprogrammATP-

Designer unddemKnow-HowvonProfessor Igel

in unzähligen Stunden durch Markus Albert

die Software GridProtect entwickelt und zur

Serienreife gebracht. HerrmannRaßunterstütz-

te als Senior Expert das Entwicklungsteammit

seinemWissenüber die praktische Anwendung

des Netzschutzes.

Die Software GridProtect bietet aufgrund des

hohen Automatisierungsgrades von der Netz-

berechnung bis zur Netzschutzanalyse eine in-

novative Lösung für Fragen der Energiewende,

z.B. die effiziente und systematische Prüfung

von Netzschutzkonzepten in Hoch-, Mittel-

und Niederspannungsnetzen. So können mit

GridProtect die Schutzgeräte einesNetzes durch

einen entlang jeder Leitung „wandernden“

Kurzschlussort automatisch geprüft, Schwach-

stellen erkannt und eliminiert werden. Durch

den „wandernden“ Kurzschluss ist sicherge-

stellt, dass keine Lücken bei der Analyse des

Netzschutzkonzeptes entstehen. Auchdie sonst

aufwendige Dokumentation wird durch einen

hohenAutomatisierungsgrad auf einMinimum

reduziert.

Nachdem die Software GridProtect im 110-kV-

Netz der VSE Verteilnetz GmbH erfolgreich

eingesetzt wurde, galt es, das Produkt einem

Expertenkreis von Netzschutzspezialisten

vorzustellen. Aus diesem Grund lud die VSE

zusammen mit dem Hochschulinstitut im

Oktober zum Seminar

„Net zschut ztechnik

–Herausforderungen

der Energiewende effizient meistern“ in die

Räumlichkeiten der htw saar in Saarbrücken

ein. Der Teilnehmerkreis setzte sich aus großen

Verteilnetzbetreibern, Stadtwerken und Indus-

trieunternehmen zusammen.

Nach zwei Seminartagen, spannenden Vorträ-

gen aber auch viel eigenständigem Arbeiten

der Seminarteilnehmer mit der Software

GridProtect war die Resonanz mehr als positiv:

Großes Erstaunen der Teilnehmer wegen des

durchdachten Konzeptes und der professionel-

len Funktionalität vonGridProtect: „einfach zu

erlernen und zu bedienen“, „bietet genau das,

wasman inder Praxis benötigt“. Aber auchneue

Ideen, wie die Software weiterentwickelt und

optimiert werden kann.

Der Schwung, den uns das positive Feedback

durch ausgewiesene Experten gibt, soll ge-

nutzt werden. Weiterhin werden wir durch die

Teilnahme ZVEI Fachkongress für Netzleit-,

Stations- und Schutztechnik und der E-World

2017 das Produkt weiter bekannt machen.[ma]

Grid Protect

VSE

... von der Idee zum

marktreifen Produkt

> Weitere Infos: www.gridprotect.de