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I

n den Tiefen der lothringischen Erde schlum­

mert einechter Schatz: Kohleflözgas. Fachleu­

te schätzen die Vorkommen in den ehemaligen

Steinkohleabbaugebieten in Lothringen und

Nordfrankreich auf über 400 Milliarden Ku­

bikmeter. Das reicht aus, um den gesamten

Gasverbrauch Frankreichs für ca. acht bis zehn

Jahre abzudecken.

Ein Schatz, den das Energieunternehmen

Française de l’Energie (FDE) mit Sitz in Forbach

allzu gerne heben möchte. Seit 2005 ist das Pio-

nierunternehmen, wie es sich selbst bezeichnet,

damit beschäftigt, den Start der Produktion von

Kohleflözgas in Lothringen vorzubereiten. Ana-

lysen, Probebohrungen, Gutachten unabhängi-

ger Institute, Genehmigungen, wirtschaftliche

Entwicklungspläne – die rund 20 Beschäftigten

von FDE haben alle Hände voll zu tun. „Wenn

es gut läuft, könnte es Ende 2018 richtig losge-

hen“, erklärt Generaldirektor Antoine Focinal.

Dann könnte FDE die begehrte Konzession vom

französischen Staat in den Händen halten, die

es erlaubt, für die nächsten 10 bis 25 Jahre die

Gasvorkommen auszubeuten.

Börsengang geschafft

Finanziell hat sich das Unternehmen für dieses

waghalsige und extrem teure Projekt gut vor-

bereitet. Unternehmenschef Julien Moulin war

es bereits 2009 gelungen, das ehemals australi-

sche Unternehmen European Gas Limited mit

dem Geld von Großindustriellen Frankreichs

vollständig unter französische Kontrolle zu

bekommen. 2015 wurde das Unternehmen

in Française de l’Energie umbenannt und in

Nordfrankreich in Nord-Pas-de-Calais Gazonor

Neues Energiezeitalter

in Lothringen?

Gasvorkommen

mindern

Abhängigkeit

vom Ausland

blick über

die grenze