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über den großen Bereich der Telemedizin

wie Medikamentenüberwachung für Risi-

kopatienten bis hin zur intelligenten Be-

nachrichtigungstechnik von Angehörigen oder Ärz-

ten per Smartphone oder bedienungsfreundlichem

iPad im Notfall. Außerdem können sich Interessen-

ten einen Überblick verschaffen über die vielen me-

chanischen Hilfsmittel wie altersgerechte Flaschen-

und Dosenöffner, Küchenmesser und sprechende

Waagen sowie die kleinen elektronischen Helfer wie

automatisierte Teppichkehrer und Fensterputzgerä-

te. Selbstverständlich sind Bäder undKüchen auf die

Bedürfnisse imAlter hin ausgestattet, etwa barriere-

frei und höhenverstellbar.

Es sind oftmals die kleinen und gar nicht mal so teu-

ren technischenHilfsmittel, die imAlter ein bisschen

mehr Komfort bringen und den Tagesablauf unter-

stützen. „Wichtig ist im Alter oder bei Behinderung

das hohe Bedürfnis nach Sicherheit im Falle eines

Unfalls, eines Brands oder eines medizinischen Not-

falls“, betont Prof. Langguth. Die Sensor- und Nach-

richtentechnik bieten den Menschen dafür alle Vor-

teile, so Langguthweiter und fordertWirtschaft und

Politik zum Handeln auf. In Neubauten und bei der

Sanierung von Bestandswohnungen sollte bei der

Planung von vornherein auf altersgerechte Bedürf-

nisse geachtet werden. Denn eines ist sicher: Wir

werden alle älter, sind vor Unfällen nicht gefeit und

demnach ausnahmslos betroffen.

Eine der größten Herausforderungen besteht nach

Meinung Langguths darin, die gesamte Technik und

die vielen Hilfsmittel zum Standard und damit

markttauglich zumachen. Denn der Erfolg der AAL-

Systeme hängt letztendlich davon ab, ob die Systeme

für jeden Einzelnen nicht nur nützlich und einfach

bedienbar, sondern auch finanziell erschwinglich

sind. Der Markt werde es richten, zeigt sich Prof.

Langguth optimistisch für die Zukunft. Aber auch

dem Datenschutz vor allem bei der Telemedizin ge-

hört große Aufmerksamkeit. Es müsse klar geregelt

werden, was Unternehmen dürfen und was

nicht, wenn sie sensible Daten Einzelner be-

kommen. Prof. Langguth schlägt dafür die

Einrichtung einer unabhängigen Daten­

ethikkommission vor.

[nea]

gerecht gestaltet wären. Daswürde nicht nur

die Lebensqualität für diese Menschen ver-

bessern, sondern auchKosteneinsparungen

von 5 Milliarden Euro im Jahr einbringen.

Im Saarland wurde dafür das AAL-Netzwerk Saar

„Ambient Assisted Living“ gegründet. Darunter ver-

steht man das Zusammenwirken vonmodernen tech-

nischen Systemen der Kommunikations- undGebäu-

desystemtechnik eingebettet inDienstleistungen aus

den Bereichen der Sozial- und Gesundheitsberufe

sowie des Handwerks und haushaltsnaher Dienstleis-

ter. Ziel ist es, Menschen jeden Alters mit Einschrän-

kungen oder Behinderungen in die Lage zu versetzen,

möglichst lange selbstbestimmt zu leben, sei es zu

Hause, amArbeitsplatz oder unterwegs. ImNetzwerk

arbeiten über 100 Partner aus Politik,Wirtschaft, For-

schung und Gesellschaft zusammen u. a. auch die

VSE-Gruppe mit der VSE NET und FAMIS. Schließ-

lich sind die Kommunikations- undGebäudetechnik

lukrative und zukunftsorientierte Bereiche. Initiator

des AAL-Netzwerks Saar ist Prof. Dr.Wolfgang Lang-

guth von derHochschule für Technik undWirtschaft

des Saarlandes. Er kümmert sich mit einem kleinen

Teamschwerpunktmäßig umdenAufbau einer AAL-

Infrastruktur im Saarland.

Zwei Musterwohnungen

Über denNetzwerkpartnerWOGE Saar wurden zwei

Bestandswohnungen aus den 60er/ 70er Jahren in der

Hohenzollernstraße 113 in Saarbrücken altersgerecht

bzw. behindertengerecht ausgestattet. Seit Mitte Sep-

tember dienen sie als Besichtigungsobjekt und sollen

künftig für Seminare und Schulungen für Planer, Be-

rater und Handwerker genutzt werden.

Als Netzwerkpartner hat die VSE NET die Wohnun-

gen an ihr Glasfasernetz angeschlossen, denn die vie-

len Sensorenund elektronischenHilfen benötigen für

ihre Funktionsweise eine schnelle Kommunikation.

Das beginnt mit einfachen Dingen wie Bewegungs-

melder für Licht, wenn man nachts mal aufstehen

muss, für sämtliche Smart-Home-Anwen-

dungen wie Fenster- und Türenschließen,

Rollläden herauf- und herunterfahren per

Knopfdruck oder Temperaturregelungen,

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> Weitere Infos: www.aal.htw-saarland.de

w.langguth@aal-saar.de

WOGE-Geschäftsführerin Rita Gindorf-

Wagner, Staatssekretär Jürgen Barke

und Prof. Dr. Wolfgang Langguth (v.l.)