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Beimgrößten von 24Netzbetreibernhierzulande,

der VSE Verteilnetz mit ihrem 110-Kilovolt(kV)-

und 35-kV-Netz, müssen inzwischen rund 615

Megawatt installierter Leistung aus regenera-

tiven Erzeugungsanlagen inklusive Grubengas

„gemanagt“ werden. „Derzeit liegen noch An-

fragen für weitere 735 Megawatt Leistung an

potentiellen Standorten vor“, erklärt Hermann

Rass, zuständig bei VSE Verteilnetz für Schaltan-

lagen und Leitungen inklusive Netzservice. VSE

Verteilnetz geht nach derzeitigen Schätzungen

davon aus, dass bis 2025 ca. 1.200 Megawatt

erreicht werden. Damit der Strom wie bisher

ungehindert und sicher durch das Netz fließen

kann, sind umfangreiche Erneuerungs- und

Verstärkungsmaßnahmen erforderlich.

Über 14 Millionen Euro Investitionen

VSE Verteilnetz hat zu Beginn der Energiewende

bereits eine umfangreiche Planung mit Millio-

neninvestitionen für den Netzausbau in Angriff

genommen. Bis 2020 soll im Saarland nach

Vorstellung der Landesregierung rund 20 Pro-

zent der Stromerzeugung aus regenerativen

Energiequellen stammen. Basierend auf dem

Zubau regenerativer Erzeugungsanlagen in den

letzten Jahren sowie den Vorgaben des Master-

plans der Landesregierung bis 2020 entwickelte

VSE Verteilnetz unter wissenschaftlicher Betreu-

ung der Hochschule für Technik und Wirtschaft

eine umfassende Studie zurNetzausbauplanung

sowieWind- und Sonnenenergieeinspeisung im

eigenenNetzgebiet. Der daraus entwickelte und

von der Landesregulierungskammer genehmig­

te Investitionsplan wird inzwischen sukzessive

realisiert und bringt vor allem für das nördliche

Saarland ein hochmodernes und für den erwar-

teten Zuwachs an regenerativen Erzeugungsan-

lagen ausgelegtes Stromnetz mit sich.

Schließlich gibt es im ländlichen Nordsaarland

mit seinen Höhenzügen und teils windigen und

sonnenreichen Ecken die meisten Windkraft-

und Solaranlagen und ein weniger dicht ausge-

bautes Stromnetz wie imsüdlichen Saarlandmit

seinen Ballungsgebieten, industriellen Zentren

und Kraftwerken. Fast alle regenerativen Er-

zeuger speisen in das unterlagerte Netz ein,

zum Beispiel bei der energis-Netzgesellschaft.

Kaum eine Anlage bringt den Strom direkt in

das 35-kV-Netz der VSE Verteilnetz, geschweige

denn in das vorgelagerte Höchstspannungsnetz

der Amprion mit 380 kV. VSE Verteilnetz sitzt

wie in einer „Sandwichposition“ zwischen vor-

und unterlagerten

Netzen, muss die

zunehmende Rück-

speisung des grün

erzeugten Stroms

aufnehmen und stets

dafür sorgen, dass in

den Netzen Spannungsstabilität herrscht, es

bei Störungen im Gleichgewicht bleibt und der

Kunde hiervon nichts mitbekommt.

Allein über 14 Millionen Euro nimmt VSE

Verteilnetz von 2015 bis 2020 in die Hand, um

umfangreicheMaßnahmen zur Netzverstärkung

durchzuführen. Die Netzinvestitionen von ener-

gis-Netzgesellschaft in das 10- und 20-kV-Netz

sowie vonAmprion indieHöchstspannungsnetze

sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Aus

Gründen der Netzsicherheit und Netzstabi-

lität im Höchstspannungsnetz plant Amprion

derzeit eine neue 380-kV-Umspannanlage in

Wadern. Die geplante Anlage erfordert zudem

Verstärkungs- und Erweiterungsmaßnahmen

in der bestehenden Umspannanlage der VSE

Verteilnetz in Wadern-Dagstuhl.

Herausforderung angenommen

An vielen Stellen im Saarland hat VSE Verteil-

netz mittlerweile investiert und gebaut, um die

Übertragungskapazitäten zu verstärken und

zu erhöhen: Ob mit dem Bau neuer Umspann­

anlagen in Perl-Borg oder in Freisen, in der

UmspannanlageWadernmit einer gasisolierten

Hochspannungsschaltanlage für Freiluftaufstel-

lung, derVerstärkungderSammelschienen, dem

Ausbau oder der Errichtung neuer Schaltfelder

oder der Umstrukturierung und Verstärkung der

bestehenden 110-kV-Leitungen.

Das Netzmanagement der VSE Verteilnetz ar-

beitet auf vollen Touren und Hand in Hand mit

den anderen Unternehmen und Partnern der

VSE-Gruppe.

Die Netzintegration weiterer Windkraft- und

Solaranlagen kann in die nächste Runde gehen,

denn VSE Verteilnetz hat die netztechnische

Herausforderung „Energiewende im Saarland“

gut im Griff. Das

nächste Großprojekt,

die Umspannanlage

Alsweiler, wartet

bereits.

[nea]

>Weitere Infos:

hermann.rass@vse-verteilnetz.de

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