22 VSE kontakt | Strategie & Zukunft die Smartifizierung der Netze eine entscheidende Rolle. Das bedeutet, dass die Stromnetze mit Sensorik ausgestattet und an geeigneter Stelle auch aus der Ferne gesteuert werden können. So kann die Planung bestmöglich an die realen Gegebenheiten angepasst und Zukunftsszenarien berücksichtigt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der optimierte Betrieb, sowohl im Normalbetrieb durch die Digitalisierung von Prozessen als auch im Störungsfall, durch beispielsweise schnellere Fehlerortung und Netzumschaltung durch die Netzleitstelle und damit kürzere Wiederversorgungszeiten. Ganz konkret funktioniert das durch die Installation von sogenannten digitalen Ortsnetzstationen (digiONS) und intelligenten Smart. Smarter. Stromnetz. Stromversorger und Netzbetreiber stehen aktuell mehr denn je vor großen Herausforderungen: Die Energiewende wurde politisch mit dem Osterpaket weiter vorangetrieben und durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine nochmals beschleunigt. Die Elektrifizierung des Verkehrssektors, Stichwort Elektrofahrzeuge, sowie die Elektrifizierung des Wärmesektors, z.B. durch Wärmepumpen, führen zu erhöhten Anforderungen an unsere Stromnetze. Dazu kommt die Herausforderung, dass gleichzeitig die Anzahl an Einspeiseanlagen, insbesondere aufgrund dezentraler erneuerbarer Energien-Anlagen, z. B. PV-Anlagen, exponentiell zunimmt. Stolz auf seine Mannschaft: Tobias Hugo In Summe wird der Betrieb des Stromnetzes somit zu einer hochkomplexen Aufgabe, für die das über die vergangenen Jahrzehnte gewachsene Stromnetz nicht ausgelegt war. Um diese Aufgabe zu bewältigen, hat die VSE-Gruppe bereits vor mehreren Jahren begonnen, entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten. Noch ganz unabhängig von den jetzigen, neu aufgetretenen Herausforderungen, die unsere Zeit mit sich bringt. Neben dem konventionellen Ausbau der Nieder- und Mittelspannungsnetze spielt Messsystemen (iMSys – sogenannte Smart Meter) im Netz sowie der notwendigen Kommunikationsinfrastruktur und Datenplattform (hierüber hatten wir bereits im KONATKT im Sommer 2022 berichtet). Während wir digiONS in unserem Stromnetz auf Ortsnetzebene ausbauen, werden iMSys beim Kunden verbaut. Diese Kombination bietet die Datengrundlage, um das Netz bestmöglich für die aktuellen und zukünftigen Belange der Kunden auszulegen und mit Hilfe von Flexibilisierungspotenzialen netzdienlich zu optimieren. Bei geplanten Baumaßnahmen in Kommunen oder dem Ausweisen von Neubaugebieten ist es daher umso wichtiger, darauf zu achten, dass die nötigen Flächen für Transformatoren vorgehalten werden. An all diesen Stellen sind die Arbeiten in vollem Gange. Die ersten digiONS wurden im Netz integriert und kommunikativ angebunden, Prozesse umgestellt und Mehrwerte durch Applikationen generiert. Außerdem werden die ersten Smart Meter bei Kunden verbaut. KONTAKT hat zu diesem Thema mit
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