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und Services und ein Drittel der deutschen Un-

ternehmen verfügen über eine Digitalstrategie.

„SozialeNetzwerke sind keineHerausforderung,

sondern eine Chance“, so Henne. Eine Chance,

zielgerichteter und vor allem kostengünstiger

zu kommunizieren und auf sich und seine Pro-

dukte aufmerksamzumachen. Es brauche aber

ein bisschen Zeit und Muße, diesen Schritt zu

wagen, macht Henne besonders den kleinen

Unternehmen Mut, für wenig Geld einfach

loszulegen. „Riesige Marketing-Budgets, Kre-

ativabteilungen großer Unternehmen sind gar

nicht notwendig, um in Facebook erfolgreich

zu sein.“ Wer sich alleine nicht traue, könne auf

Partner wie ting zurückgreifen. Die Grundin-

formationen mit einer ersten Seite sind in der

Regel kostenlos auf Facebook. Alle weiteren

Aktionen und Seiten mit weitergehenden Infos

müssen je nachGrößenordnung undReichweite

bezahlt werden per Pay-Pal, Kreditkarte oder

per Lastschrift.

Pfiffige Ideen

Das BestattungsunternehmenHubert Laubach

macht es vor, denn über klassische Telefon-

buchanzeigen und ein eher gruseliges Image

ist bei Werbung hier nicht viel zu bewegen.

Themen wie das digitale Erbe, will heißen, was

passiert mit den Daten im Netz nach dem Tod,

die Verarbeitung von Tod und Trauer oder die

Veränderung der Bestattungskultur, haben im

Netz für Aufmerksamkeit und Furore gesorgt.

Als dann eine Praktikantin das Tagebuch ihrer

Erlebnisse imBeerdigungsinstitut auf Facebook

veröffentlichte, kam die Geschichte ins Rollen.

Die Presse berichtete, Cross-Media vom Feins-

ten, ohne großen finanziellen Aufwand.

Einfach unterhalten

Bekannt für ungewöhnliche Facebook-Videos

ist auch der Globus Baumarkt. Wie man mit

einer Bohrmaschine einen Apfel schält, ist pure

Unterhaltung in 7 Sekunden. 60.000 Fans, hohe

Interaktionsraten, 500 Kommentare proMonat,

die sozialenNetzwerke gewinnen anBedeutung.

Bauanleitungen mit Fotos und anschauliche

oder eben unterhaltsame Videos, Online-Shops,

das ist Zukunft. Der Trend zur visuellenKommu-

nikation sei unverkennbar, ergänzt Arne Henne.

2019 werden Bilder und Videos im weltweiten

Traffic im Web die Oberhand haben. Eine Web-

cam reiche aus, um selbst ein kurzes Video zu

drehen. „Wer eine gute Idee hat, kann für wenig

Geld viel erreichen. Einfach machen“, so die

Devise. Kommt das selbstgedrehte Video beim

Netzpublikum nicht an, kann es schnell wieder

rausgenommen oder verändert werden. Für

einen kleinen Handwerksbetrieb können 50 bis

100Euro imMonat durchaus gut angelegtesGeld

sein für dieWerbung auf Facebook. Die dezidier-

te zielgruppenspezifische Ansprache auf einen

regionalen Personenkreis macht es möglich

und reduziert die üblichen Streuverluste bei

klassischer Werbung.

Wissen, wie der Kunde tickt

Was Kunden von ihrem Energieversorger

denken und was sie erwarten, das interessiert

die VSE. Als vor rund zwei Jahren eine Marke-

tingaktion von einemShitstormbegleitet wurde,

bekam das fast niemand im Unternehmen mit

allen Konsequenzenmit. Seitdemnutzt die VSE

das von der ting-Beratung entwickelte Netz-

Monitoring. Der „hmstr“ durchforstet soziale

Medien und Internet in Echtzeit. So kann man

schnell auf Netzaktionen jeder Art reagieren.

Schnelligkeit ist Trumpf. Die VSE verfolge mit

ihrer Digitalstrategie zwei Ziele, zum einen

die Anforderungen der Kunden im Netz zu

beobachten und zu bedienen, zum anderen die

Automatisierung der Prozesse imUnternehmen

von der Online-Akquisition der Kunden bis zur

Abrechnung, erklärt VSE-Vorstand Dr. Hanno

Dornseifer.

Personalsuche par excellence

Dass der Fachkräftemangel vor allem in der

IT-Branche ein Thema ist, ist bekannt. Die

Scheer GmbH nutzt daher für Recruiting mehr

und mehr die sozialen Netzwerke. Nach Arne

Henne geht es darum, gute Inhalte an die rich-

tige Zielgruppe zu bringen. Aufmerksamkeit

erzeugen und wissen, mit wem man darum

buhlt. Der Energieversorger nicht mit seinem

direkten Wettbewerber, das Bestattungsun-

ternehmen nicht mit dem Beerdigungsinstitut

aus dem nächsten Dorf, die Baumärkte nicht

untereinander und die IT-Unternehmen ge-

nauso wenig – „alles konkurriert mit allem“,

bringt es Henne auf den Punkt. „Wer es beim

Durchscrollen der news-feeds schafft, dass der

Nutzer den Daumen anhält, der hat es gepackt,

zumindest Aufmerksamkeit zu erzeugen.“ Die

Konkurrenten hierbei sind Familie, Freunde,

Bekannte, andere Unternehmen, Institutionen

… eben alle gegen alle.

[nea]