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Bewehrungsstahl und 40 m³ Spezialbeton ge-

gossen. Im Anschluss wurde der 12 Tonnen

schwere Stahlgittermast amBoden zusammen-

gebaut, mit einem Autokran gestellt und die

Steigeleitungen zur Anbindung der Schaltgerä-

te montiert. Zu guter Letzt wurden die alten

Portale demontiert und die Fundamente abge-

brochen. Am19. und 20. August konnten pünkt-

lich zum Ende der Werksferien sukzessive das

Provisorium über die 110-kV-Baueinsatzkabel

aufgelöst und die 6 Leiterseile der 110-kV-

Hochspannungsfreileitung auf den neu errich-

teten Endmast umgelegt werden.

110-kV-Kabel statt Freileitung auf dem

Lisdorfer Berg

Die Umspannanlage Lisdorfer Berg dient zur

Stromversorgung des gleichnamigen Indus-

triegebietes und ist aktuell über zwei 35-kV-

Hochspannungskabel an die Umspannanlage

Ensdorf angebunden.

Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage des

Industriegebietes erfolgt die Ansiedlung von

energieintensiven Betrieben aber schneller als

prognostiziert. Die Versorgungskapazität aus

dem 35-kV-Netz könnte in absehbarer Zeit an

ihre Grenzen stoßen.

Deshalb hat sich die gwSaar als Erschließungs-

träger gemeinsammit der Stadtwerke Saarlouis

GmbH als Mittelspannungsnetzbetreiber und

der VSE Verteilnetz GmbH entschlossen, die

Einspeisung der Umspannanlage Lisdorfer Berg

auf 110 kV umzustellen. Da ein Freileitungsanschluss

aus Gründen der Genehmigung nicht umsetzbar war,

mussten auf einer Trassenlänge von rund 0,8 km zwei

110-kV-Hochspannungskabel verlegt werden. Die größ-

te Herausforderungwar dabei, dass die Bundesstraße

B 269 unterquert werden musste. Grundsätzlich kein

Problem, aber die Fahrbahn der Bundesstraße liegt

an der zu kreuzenden Stelle in einem Taleinschnitt

und somit rund 10 Meter tiefer als das Gelände der

übrigen Kabeltrasse. Erschwerend hinzu kam noch

ein in der Fahrbahn befindlicher Entwässerungskanal.

So musste insgesamt ein Höhenunterschied von 15 m

überwunden werden.

HDD-Spülbohrverfahren als Lösung

Dieses Anforderungsprofil und die Bodenverhältnisse

vor Ortmachten eine gesteuerteHorizontalbohrung im

HDD-Spülbohrverfahren (Horizontal-Direct-Drilling)

erforderlich. DieHorizontalspülbohranlage bohrt einen

unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug ein oder

mehrereLeerrohre ein.Mit Hilfe diesesBohrverfahrens

ist man in der Lage, Hindernisse wie Verkehrswege,

Gewässer oder Schutzgebiete ohne offenen Tiefbau

zu unterqueren und dabei große Höhenunterschiede

zu überwinden. Geplant wurden zwei Bohrungen mit

einer Länge von je ca. 120mund 500mmDurchmesser.

Die HDD-Spülbohrungen konnten in einer Bauzeit von

vier Wochen fertiggestellt werden. Das Einziehen der

Kabel und die Montage der Kabelgarnituren haben

Anfang September begonnen, Fertigstellung sowie

Inbetriebnahme sind für Anfang Oktober vorgesehen.

[md]