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vse-gruppe

Wer nicht wagt,

der nicht gewinnt

„Quien no se arriesga,

no gana“

solidarität

W

as uns Spanisch vorkommt, ist für sie

purer Ernst. Die 19 jungen Leute von der

Iberischen Halbinsel haben ihren ganzen Mut

zusammengenommen und sich ins Abenteuer

Deutschland begeben. Seit Juni sind sie im

Saarland, haben ein sechswöchiges Praktikum

in ganz unterschiedlichen Unternehmen absol­

viert, mehr eine Eingewöhnungsphase, und im

September mit der dualen Ausbildung einen

ganz neuenLebensabschnitt begonnen. „Tienen

cojones“ sagen die Spanier umgangssprachlich

für „Mut haben“. „Tienen cojones“, denndie bei­

den Kulturen sind höchst unterschiedlich, aber

spannend undmotivierend zugleich. Neben den

Ausbildungsinhalten heißt es Deutsch büffeln,

die Schulbank gemeinsam mit den anderen

Azubis drücken und sich im Alltagsleben der

Deutschen zurechtfinden.

Unterstützt und begleitet wird das Projekt von der

SHSFoundation inSaarbrücken, gefördertmitMit-

telndesBundes. Der Startschuss „SpanischeAzu-

bis für saarländische Unternehmen“ fiel bereits

im Januar mit einem fünfmonatigen Sprachkurs

Deutsch in Spanien für alle Teilnehmer. Dann die

Reise ins Saarland, neue Umgebung, Praktikum

und schließlich der Startschuss in die Ausbildung.

Matías Monzó-Díez, 19, aus Alicante und Micael

Barreda Virtanen, 25, aus Santa Pola bei Alicante

haben es geschafft und sind bei der VSE unter-

gekommen. Matías lernt Elektriker und Micael

Kfz-Mechatroniker. Für beide war es ein Sprung

ins kalteWasser, aber sie hätten den Schritt nicht

bereut, wie sie versichern. Vorkenntnisse bringen

sie aus Spanienmit, denn sowohl Matías als auch

Micael haben in ihren „zukünftigen“ Berufen

schon zwei Jahre auf dem Buckel. Allerdings sei

das nicht vergleichbar mit der deutschen dualen

Ausbildung. In Spanien ist die Berufsausbildung

vollkommen anders organisiert als hierzulande,

halt mehr Theorie in speziellen Ausbildungszent-

ren als Praxis. Eine Ausbildungsvergütung gibt es

in Spanien in der Regel übrigens nicht.

Aus der Not eine Tugend machen

Das ändert sich nun in den nächsten Monaten.

Micael ist in der Kfz-Werkstatt der VSE und der

Stadtwerke Saarbrücken eingesetzt, Matías zu-

nächst imAus- und Fortbildungszentrumder VSE

in Ensdorf. Beide sind noch im CJD Jugenddorf

in Homburg untergebracht, aber schon auf der

Suche nach einer neuen Bleibe in Saarbrücken.

4 Uhr morgens heißt’s nämlich raus aus den Fe-

dern undmit Bus und Bahn zur Arbeitsstelle. Das

Gleiche abends zurück. „Da wäre Saarbrücken

schon praktischer“, erklärt Micael. Und auch an

den Wochenenden oder abends könnte man in