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Die Roos‘ sind stolze Eltern von vier Kindern und

glücklicheGroßeltern vonnunmehr drei Enkeln. Die

Familie ist weit verzweigt, ein Sohn lebtmit Familie

in Kolumbien, eine Tochter in Zürich, die andere in

Karlsruheundder jüngsteSohn inSaarbrücken. Die

Basis der Familie ist nach wie vor Homburg. Nach

der Amtszeit bei VSEwolltendieEheleuteRoosnicht

nocheinmal umziehen. Eingutesdutzendmal hatten

sie das zuvor gemacht. In Homburg haben sie nun

Anker geworfen. Das ist ein guter Startpunkt in alle

Richtungen, vor allemauch insRheinland. Denndas

ist für dengebürtigenKoblenzerWernerRoos immer

noch Heimat. Da muss er ab und zu hin.

Ankerplatz Homburg, das kannman auchwörtlich

nehmen. Denn im Wohnzimmer steht ein beein-

druckendes Segelschiff, die Rekonstruktion eines

historischenDreimasters. „Das hatmeinGroßvater

1910 gebaut!“ Das Modellschiff war in die Jahre

gekommen. Ein halbes Jahr lang renovierte Roos

dieses Schmuckstück, originalgetreu versteht

sich. Ersatzteile dafür gibt es nicht zu kaufen, also

wurden sie eigenhändig von Dr. Roos nachgebaut.

„Diese Bastelei war immer ein Ausgleich inmeinem

beruflichen Leben.“ Und so wird es imHause Roos

nie langweilig. Denn es gibt immer etwas zu tun,

zu Basteln und zu Bauen. Vor 5 Jahren hat Werner

Roos das ganze Haus von oben bis unten renoviert.

„Das mache ich gerne. Aber ich merke schon, mit

über 60 geht alles schon etwas schwerer.“Was ihn

nicht davon abhält, viel Sport zumachen, zuLaufen,

Rad zu fahren und zu wandern. So machte er sich

mit zweien seiner Kinder, der Ältesten und dem

Jüngsten, inmehrerenEtappen auf denFußmarsch

über die Alpen von München nach Venedig. Ein

beeindruckendes Erlebnis, sagt er, aber erwandert

auch gerne mal allein. Die Nähe zu sich hält er

gut aus, der Mann ist offenbar mit sich im Reinen.

„Wir genießen unser Leben jetzt, wir sind gesund.

Und ich genieße diese Freiheit, über mich selbst

verfügen zu können.“ Ob er nicht vielleicht ab und

zu den alten Vorstandszeiten nachtrauert. „Nein,

nach vier Wochen war ich raus. Es gibt so viele

andere Dinge, die ich immer aufgeschoben habe.“

Dazu gehört Reisen, Freunde treffen und Lesen,

am liebstenmehrere Bücher gleichzeitig, zurzeit:

Die Buddenbrooks, Das Glück der Mendelssohns

und das letzte Buch von Peter Scholl-Latour: Der

Fluch der bösen Tat – Das Scheitern des Westens

im Orient.

Dr. Roos hat dasWeltgeschehen imBlick. Und auch

zur Energiewende hat er eine deutliche Meinung.

Aber er will sich hier nicht mehr einmischen. „Ich

trage keine Verantwortung mehr und halte mich

da raus. Die Zeit ist abgeschlossen.“

Ab und an aber folgt er dann doch noch einer Ein-

ladung der VSE. Denn „da bin ich jeden Morgen

gerne hin gefahren. Das war meine beste Zeit.“

[med]

Ob beim Basteln am

Modellschiff oder im

schönen Garten mit

Ehefrau Erdmute:

Werner Ross kann seinen

Ruhestand offensichtlich

genießen ...