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Sekunde flächendeckend bereitzustellen, wird

erreicht. UnserMinisteriumerarbeitet derzeit ein

Bundesförderprogramm für unterversorgte Ge-

biete, in denen sich derNetzausbauwirtschaftlich

allein nicht rechnet. Dort werdenwir die Kommu-

nen unterstützen, denBreitbandausbau finanziell

zu fördern. Das Förderprogrammwird technolo-

gieneutral ausgestaltet. Es startet noch in diesem

Jahr.

Wie soll denn die Finanzierung für den Ausbau

sichergestellt werden? Die Innovationsinitia-

tive des Bundes umfasst lediglich rd. 10 Mrd.

Euro. Studien zufolge sind mindestens 20 Mrd.

Euro notwendig?

Wir haben in den Haushaltsverhandlungen er-

reicht, dass für die nächsten Jahre 1,4 Milliarden

Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung

stehen. Dazu kommen die Einnahmen aus der

Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen, die so-

genannte Digitale Dividende II. Bei der erfolgrei-

chen Versteigerung durch dieBundesnetzagentur

wurden für die Frequenzen der Digitalen Dividen-

de II (700 MHz und 1,5 GHz) Erlöse von insgesamt

1,33 Mrd. Euro erzielt. Dieses Geld wird hälftig

zwischen Bund und Ländern geteilt und in den

Breitbandausbau und die Digitalisierung reinves-

tiert. 7,6MillionenEurodavonerhält dasSaarland.

Auch die Telekommunikationsunternehmen, die

in der vomBMVI gegründeten Netzallianz Digita-

les Deutschland zusammengeschlossen sind,

haben 8 Milliarden Euro an eigenen Investitionen

allein in 2015 für den Breitbandausbau zugesagt.

Wie wollen Sie die Wirtschaftsunternehmen

mit ins Boot holen, damit sie in ländlichen,

sprich unattraktiven Gebieten, investieren?

Wir schließen mit dem Bundesförderprogramm

für den Breitbandausbau dieWirtschaftlichkeits-

lücke, die sich für die Telekommunikationsunter-

nehmen in manchen ländlichen Regionen er­

geben.

Beim Glasfaserausbau FTTH, FTTC liegt

Deutschland im Vergleich zu anderen europä-

ischen Ländern ziemlich weit hinten. Wie be-

urteilen Sie diesen auf lange Sicht großen

Wettbewerbsnachteil für deutsche Unterneh-

men und für den Standort? Breitbandausbau

ist schließlich eine Investition in die Zukunft!

Deutschland hat imeuropäischen Vergleich beim

Breitbandausbau

mit die höchste

Dynamik. Schon

heute haben

zwei Drittel aller

Haushalte Zu-

gang zumehr als

50 Mbit pro Se-

kunde – das sind 11

Prozent mehr als im

Vorjahr. 92 Prozent der

Haushalte sind über den

Mobilfunkstandard LTE angebun-

den. Auch hier ist die Zuwachsrate zweistellig.

Zum Gelingen der Energiewende ist Glasfaser

notwendige Voraussetzung. Bei Industrie 4.0

ebenso. Cloud-Lösungen sind auf dem Vor-

marsch. Immer mehr Rechenzentren entste-

hen. Da reichen wahrscheinlich selbst 50 Mbit/s

nicht mehr. Wie wollen Sie verhindern, dass

Deutschland beim Netzausbau der europäi-

schen Konkurrenz hinterherhechelt?

Die 50 Mbit pro Sekunde sind nur ein Zwischen-

ziel. In vielen Regionen wird die Leistung der

Breitbandnetze in 2018 bereits deutlich höher

liegen.

LTE mag ein probates Mittel sein, um Lücken

in der Breitbandversorgung zu schließen. Aber

die Verfügbarkeit ist eine andere, wenn zu

viele Nutzer in einer Funkzelle die Kapazitäten

ausschöpfen. Wie beurteilen Sie die Einsatz-

möglichkeiten von Funklösungen wie LTE?

Wir setzen beim Breitbandausbau auf einen Mix

der Technologien aus Glasfaser, VDSL, Kupfer,

Vectoring, Hybrid und Mobilfunk. Durch den

kombiniertenEinsatz dieser Technologienwerden

wir das Breitbandziel erreichen.

Gibt es eigentlich eine gemeinsame europäi-

sche Initiative zum Breitbandausbau oder

macht jedes Land der EU sein eigenes Ding?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale

Infrastruktur arbeitet in enger Abstimmung mit

der EU-Kommission und den zuständigen Minis-

terien in unserenNachbarländern. Wir unterstüt-

zen das Ziel der EU-Kommission, einen digitalen

Binnenmarkt in Europa zu schaffen.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

[nea]

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Alexander Dobrindt, Bundes­

minister für Verkehr und

digitale Infrastruktur