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ne auch schon Aufnahmen für einen Werbefilm

des britischen Sportwagenherstellers Aston

Martin drehte. Kein Geringerer als James Bond

fährt den PS-starken Flitzer.

Seine Worte wägt Rauf Guliyev sorgfältig ab,

denn er weiß, dass einige Menschen beimStich­

wort Drohne immer noch zusammenzucken.

„Das war am Anfang schlimmer“, erzählt er,

„weil die Leute gleich an die unbemannten Flie-

ger dachten, die militärisch genutzt werden“.

Heute, erklärt er, verliere das Wort aber mehr

und mehr seinen Schrecken und stehe auch

für zivile Luftfahrzeuge, die Kameras oder

Fotoapparate transportierten.

2009 entwickelte er seine erste eigene Drohne.

Die Rahmenkonstruktion aus Carbon und Titan

wurde von ihm und seinem Team so perfektio-

niert, dass seine Drohnen bis zu 90 Minuten in

der Luft sein können – das ist deutlich länger

als andere Produkte. Voller Stolz zeigt er auf

einen Hexacopter, der nur ein Kilogrammwiegt,

aber in der Lage ist, 14 Kilogramm zu heben.

Seine neueste Entwicklung ist eine Drohne, die

sternförmig ist und eine Spitze hat, das gibt

den Piloten noch bessere Orientierungsmög­

lichkeiten.

Rauf Guliyev, ein bodenständiger sympathi-

scher Typ und ein wahrer Überflieger: Promo-

tion am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an

der Universität Würzburg, Aufbaustudiengang

Europäisches Recht, BWL-Diplom an der Natio-

nalakademie der Luftfahrt in Baku. Wie kommt

jemand, der in Aserbaidschan geboren ist und

später in Würzburg studierte, ins Saarland?

Ganz einfach: An der Universität in Bayern

lernte er seine heutige Frau Liga Ledina ken-

nen, sie stammt aus Lettland und arbeitet bei

der Europäischen Kommission in Luxemburg.

„Da war das Saarland mit seinen idealen Be-

dingungen für Copterflüge naheliegend“, sagt

Guliyev. Rauf und Liga Ledina haben beiden

zwei Kinder, Sohn Emil ist sieben und Tochter

Laila zwei Jahre alt.

Wenn er über das Saarland und seine Bewoh-

ner spricht, klingt das besser und warmherzi-

ger als jede Werbekampagne. „Das Saarland

ist für mich ein Paradies, die Menschen sind

unglaublich offen. Ich mag die direkte Art der

Saarländer, dadurch kann man hier viele Pro­

jekte anstoßen.“ Hinzu komme noch ein großes

Fachwissen bei den saarländischen Behörden

und Institutionen rund um das Thema Droh-

nenflüge.

19

In den

D r o i d A i r

Studios kann man

das Fliegen mit einer

Drohne lernen und

sich welche bauen

lassen. „Die Droh-

nen werden von uns auf Bestellung gebaut und

individuell auf die Bedürfnisse des Kunden abge-

stimmt. Egal ob die Kunden eine Fotokamera, eine

Filmkamera oder eine Wärmebildkamera nutzen

wollen, ob sie Industrie-Inspektionen durchführen

wollen oder an einem Hollywood-Film mitarbeiten“,

sagt Rauf Guliyev. Er schwärmt, ja verteidigt sogar die

oft kritisierte deutsche Überregulierung. „Kein Land

auf dieser Welt hat so gut geregelte Bestimmungen für

Drohnenflüge. Deswegen ist Deutschland eindeutig

führend im Drohnengeschäft“. Denn nicht jeder, der

eine Drohne fliegen will, kann das ohne Genehmigung

tun. Es braucht schon eine Flugschulung und eine

Allgemeine Aufstiegserlaubnis. „Ich bringe auch Ihnen

das Fliegen bei“, sagt Rauf Guliyev lachend beim

Abschied. Wenn es einer bei einer technisch völlig

unbegabten Person schaffen kann, dann er!

[ml]

Spaß während einer Dreh-

pause zum Tatortfilm ...

... und bei der Vogelschutz-

markierung (s. S. 15):

eine Drohne von Guliyev

im Einsatz