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vse-gruppe

Rettung aus schwindel-

erregender Höhe

sicherheit

P

latzmangel,Hitze imSommer, extremeKälte

im Winter und dazu eine Höhe von zumeist

140Metern. DieBergung vonMonteurenaus der

Gondel eines Windrades ist ein Job für Spezia­

listen, der regelmäßig trainiert werden muss.

Der VSE-Windpark in Losheim-Britten am 10.

Juli dieses Jahres. DieAußentemperatur beträgt

hochsommerliche 35 Grad Celsius. AmFuße der

WEA4steht dasEinsatzfahrzeugderHöhenretter

des Landkreises Merzig-Wadern. In 140 Metern

Höhe öffnet sich langsam die Notausstiegsluke

des Maschinenhauses. Im Hängesitz wird ein

Monteur der betriebsführenden FAMIS GmbH

von einem Höhenretter abgelassen. Mit einer

Geschwindigkeit von circa einem Meter pro

Sekunde nähern sich die beiden Männer dem

sicheren Boden, den sie nach ungefähr zweiein-

halb Minuten wohlbehalten erreichen.

Glücklicherweise nur eine Übung und nur ein

Szenario von vielen Aufgabenstellungen und

Herausforderungen, mit denen die Einsatzkräfte

der Gruppe „Spezielle Rettung aus Höhen und

Tiefen“ der Feuerwehr des Landkreises in ihrer

täglichen Arbeit konfrontiert werden können.

Einmal pro Jahr muss laut den Bestimmungen

der Berufsgenossenschaft ein solcher Ernstfall

geprobt werden, damit die Retter neben dem

Stand ihrer Ausbildung auch ihre körperliche

Fitness unter Beweis stellen müssen und die

Gegebenheiten vor Ort kennenlernen.

Bislang kein Ernstfall in saarländischen

Windparks

Die Zahl der Windkraftanlagen steigt stetig und

damit auch die Zahl der Einsätze vonMonteuren,

die zur Überprüfung undWartung der Anlagen in

dieHöhe geschickt werden. Prinzipiell stehen für

Aufstieg wie Abstieg zwei Wege zur Verfügung,

zumeinen ein Aufzug für bis zu 2 Personen, zum

anderen eine Leiter, derenBenutzung allerdings

sehr kraftraubend ist.

Hat einMonteur imMaschinenhaus beispielswei-

seeinenSchwächeanfall oder einenKreislaufkol-

laps, z. B. bei hohensommerlichenTemperaturen

oder erleidet er eine andere Verletzung, die die

Benutzung des Aufzugs oder den Abstieg über

eine Leiter unmöglich macht, bleibt nur die Ber-

gung über die Außenseite der Windkraftanlage.

Gleiches gilt für den möglichen Ausbruch eines

Feuers. Aufgrund der Kaminwirkung im Turm

wäre ein Abstieg im Inneren unmöglich. Ist die

zu rettende Person bei Bewusstsein, wird sie in

sitzender Position mit einem Retter zusammen

nach unten abgelassen.

Ist die verunglücktePerson bewusstlos,muss sie

mit einer Trage nach unten transportiert werden.

JederHandgriffmuss dabei sitzen, alleKarabiner

und Seile doppelt und dreifach überprüft werden.

Keine besonderen Vorkommnisse

Die Übung im VSE-Windpark Britten verlief

absolut reibungslos und stelltediehoheProfessi-

onalität derHöhenretter rundumEugenZimmer,

den Leiter der Gruppe, unter Beweis:

„Ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem Ni-

veau, auf dem wir heute die Herausforderungen

gemeistert haben. Die Übung hat aber auch

gezeigt, dass das regelmäßige Proben des Ernst-

falles unerlässlich ist, auchwenn es imSaarland

bislang keine Unfälle im Bereich der Windparks

gegeben hat.“

AuchHorstWeber zogeinsehrpositivesFazit: „Ich

bin begeistert undmuss allen, die sich hier heute

aus dieser Höhe abgeseilt haben, umdie Rettung

von Menschenleben zu proben, allerhöchsten

Respekt zollen. Man hat gemerkt, dass hier ein

gutes Team Hand in Hand zusammenarbeitet.“

[md]

Film unter:

https://vimeopro.com/vsegruppe/vse-tv/video/133445632