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ür viele Berufstätige ist stundenlanges

und monotones Dauersitzen zur Standard-

haltung geworden, die auf kurz oder lang zu

gravierenden Dauerschäden führen kann. Zu

langes Sitzen führt zu Muskelverspannungen

und Rückenproblemen. Studien zufolge erhöht

es die Risiken für Bluthochdruck, Diabetes,

Arteriosklerose, Thrombosen und manche

Krebsarten.

Das Pilotprojekt „Bewegte Pause“, das im April

2016 bei ZP Illingen startete, geht genau dieses

Problem an und richtet sich an Mitarbeiter,

die aufgrund ihrer Tätigkeit zwingend an ihren

Arbeitsplatz gebunden sind, zum Beispiel im

Call-Center.

Zweimal pro Woche führt Simone Monz eine

Stunde lang durch die bewegte Pause. Simone

Monz ist Fitnessfachwirtin, Reha-Trainerin

Orthopädie und Fachkraft für Betriebliches

Gesundheitsmanagement. Vier Kleingruppen

von 3 bis 6 Personen trainieren jeweils 10 bis 12

Minuten zusammen. Das Training bringt einen

Kraftzuwachs von 30 bis 70 % und eine damit

verbundene Reduzierung von Schmerzen.

DerMensch hat genau 656Muskeln, die es über­

haupt erst möglich machen, dass wir lachen,

essen, die Organe und das Gehirn funktionieren.

Muskelnsorgendafür, dasswir nicht zusammen­

klappen, sondern aufrecht gehen und stehen,

uns biegen, beugen und strecken können. Wenn

diese Muskeln nicht mehr gefordert werden

und langsam degenerieren, geht auch die Be­

weglichkeit zugrunde. Deshalb: Bewegt Euch!

Weg vom Schreibtisch, raus aus der gebückten

Schreibtischhaltung. SimoneMonz und ihr Team

machen’s vor. Trainiert werdenhauptsächlich die

tiefen und gelenknahen Core-Muskeln, die dem

Körper Halt geben und die Gelenke führen und

schützen, denn der Rumpf ist Ursprung einer

jeden Bewegung.

Mit diesem Pilotprojekt, das sich mittlerweile

an drei ZP-Standorten erfolgreich etabliert

hat, konnten sportlich inaktive wie auch aktive

Mitarbeiter für Bewegung sensibilisiert werden,

ein Training ohne Aufwand am Arbeitsplatz

generiert und die Rückengesundheit der Mit­

arbeiter gefördert werden. Zur Nachhaltigkeit

des Pilotprojektes und Stärkung des Teamfokus

wurde im September 2015 im Arbeitskreis BGM

besprochen, zeitnah interne „BewegungsScouts“

durch unsere qualifizierten Trainer auszubilden,

um die bewegte Pause an allen Standorten

einzuführen. Die Ausbildung erfolgt über das

Aus- undWeiterbildungsprogrammundwird von

unseren Reha-Trainerin durchgeführt.

[as]

vorsorge

Bewegte Pause ...

„Sitzen ist das neue Rauchen (WHO)“