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Daran knüpft sich die Erwartung, dass die Ver­

braucher ihren Umgang mit Energie effizienter

und verantwortungsvoller gestalten, es amEnde

also einen spürbaren Einspareffekt gibt. Wei­

terhin bieten die modernen Messeinrichtungen

die Möglichkeit, zum intelligenten Messsystem

aufgerüstet zu werden, welches die Daten über

ein Kommunikationsgateway weiterleitet.

Was bringt die neue smarte Technik nun dem

Verbraucher?

Im Haushalt machen Intelligente Messsysteme

transparent, wann und wo wie viel Strom ver­

braucht wird. Sie motivieren dazu, effizient mit

Energie umzugehen. Anwendungen für das ver­

netzte Zuhause, das sogenannte „Smart Home“,

in dem sich etwa Klima- und Heizungssysteme

selbständig regeln und ihren Energiebedarf op­

timieren, sind direkt anschlussfähig. Außerdem

können Smart Meter den Wettbewerb in der

Strombelieferung beflügeln. Denn nur, wenn

sich der Stromverbrauch differenziert messen

und abrechnen lässt, lohnt es sich für Anbieter,

ihre Stromtarife individueller und variabler zu

gestalten; zumBeispiel dieKundenmit niedrigen

Preisen dafür zu belohnen, dass sie Strom dann

nutzen, wenndas Angebot imStromnetz hoch ist.

Wie kann bei so viel Datenverkehr der Daten­

schutz sichergestellt werden?

Statt einmal im Jahr werden die Energiedaten

künftig teilweise viertelstündlich abgerufen.

Deshalb gibt es höchste Anforderungen an Da­

tenschutz und Datensicherheit. In Deutschland

dürfen nur Messsysteme eingesetzt werden, die

den Schutzprofilen und technischen Richtlinien

des Bundesamtes für Sicherheit in der Infor­

mationstechnik (BSI) entsprechen und damit

Datenschutz undDatensicherheit gewährleisten.

Was bringt die Zukunft?

Intelligente Messsysteme sind die Kommuni­

kationsplattform im intelligenten Energienetz

der Zukunft, die Stromangebot und -nachfrage

nachhaltig in Einklang halten und zu einer Sen­

kung des Energieverbrauchs beitragen können.

Intelligente Messsysteme können nicht nur den

Stromverbrauch messen, steuern und kommu­

nizieren, sondern in einer Ausbaustufe auch den

Verbrauch von Gas, Wasser undHeizwärme. Das

macht sie zum Allround-Talent, um Energieko­

sten zu senken, um Effizienz und Komfort zu

stärken. [med]

Messsystemauszustatten. DieBundesregierung

hat ein eigenes Digitalisierungsgesetz für die

Energiewende auf denWeg gebracht, das noch in

diesemJahr verabschiedet wird. Damit kann der

Smart-Meter ab 2017 über das Land „ausgerollt

werden“.

Warum das Ganze?

Der alte Stromzähler hat doch über Jahrzehnte

zuverlässig seinen Dienst getan? Brauchen wir

diesen digitalen Schnickschnack? Ja, daran

geht kein Weg vorbei. Wir brauchen diese intel­

ligenten Messsysteme, um die Energiewende

beherrschbar zu machen.

Im vergangenen Jahr wurde bereits knapp

ein Drittel unseres Stroms aus erneuerbaren

Energien erzeugt. Der Anteil der Erneuerbaren

an der Stromversorgung wird nach allen Prog­

nosenweiter steigen. Gleichzeitigwerden immer

mehr Stromverbraucher in Personalunion

auch zu Stromproduzenten, weil sie zum

Beispiel eine eigene PV-Anlage auf dem

Dach haben, ein BHKW im Keller oder ein

Elektroauto vor der Tür. Der Strom muss

nun in beide Richtungen fließen, unzählige

dezentrale Erzeugungs- und Speichereinheiten

müssen intelligent integriert werden mit dem

alles beherrschenden Ziel, die Stabilität imNetz

zu gewährleisten.

Das ist eine gewaltige Herausforderung, die

durch das neue Gesetz zur Digitalisierung der

Energiewende in geregelte Bahnen gelenkt

werden soll.

Die gute Nachricht: Es wird keinen „Rollout um

jeden Preis“ geben. Kosten und Nutzen der Um­

rüstung auf intelligente Messesysteme müssen

in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Die

generelle Untergrenze für eine Einbauverpflich­

tung liegt weiterhin bei einem Jahresstromver­

brauch von 6.000 kWh. Der Einbau erfolgt nun

stufenweise.

Ab 2017 müssen die Stromkunden mit einem

Verbrauch von 10.000 kWh/Jahr und mehr um­

gerüstet werden. Außerdem werden EEG- und

KWK-Anlagen ab einer Anlagengröße von 7 kW

installierterLeistungzurUmrüstungverpflichtet.

Ab 2020 dann auch die Kunden, die jährlich 6.000

– 10.000 kWh verbrauchen. Bis einschließlich

2032werdenalleweiterenZählpunkte zumindest

mit den sogenannten modernen Messeinrich­

tungen ausgestattet. Diesemachen esmöglich,

dass jeder Verbraucher sein Energieverhalten

genau nachvollziehen und kontrollieren kann.