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steigen. DieEnergiewendegibt denZeitplan vor, dennbis 2022 sollen

beispielsweise alle Atomkraftwerke im Land abgeschaltet sein.

Dass es so schnell gelungen ist, großflächig auf regenerative Ener-

gieerzeugung umzustellen, ist ein großer Erfolg der Energiewende.

Der StromausWind undSonnemuss nun von denStromverteilungs-

netzen zu großen Teilen direkt aus dem Mittel- und Niederspan-

nungsnetz aufgenommenwerden, anstatt –wie früher – aus großen

Kraftwerkseinheiten am Hoch- und Höchstspannungsnetz. Eine

Anpassung der Mittel- und Niederspannungsnetze durch stärkere

Leitungen und Kabel reicht hier alleine nicht aus. Neue intelligente

Technologien sind erforderlich, die das unterschiedliche Verhalten

vonEinspeisung und Verbrauch ausbalancieren. Daran arbeiten die

Netzbetreiber derzeit unter Hochspannung.

Die Bundesregierung hat die Dringlichkeit erkannt und im Dezem-

ber 2015 das Förderprogramm SINTEG (Schaufenster intelligente

Energie) gestartet. SINTEG fördert fünf großflächige Modell-

Projekte mit insgesamt 230 Millionen Euro, darunter „Designetz

– Baukasten Energiewende von Einzellösungen zum effizienten

System der Zukunft.“

Designetz ist ein Konsortium aus 47 Partnern aus den Bundes-

ländern NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Im Saarland

konzentrieren sich hochkarätige Partner aus Industrie und Wis-

senschaft (u. a. VSE, energis, Stadtwerke Saarlouis, VOLTARIS,

Hager, DFKI, HTW) auf das elementare Thema „Netzbetrieb und

Systemdienstleistungen“. Wir wollen hier im Kleinen das Netz

der Zukunft bauen und erproben, und damit Großes schaffen für

die Energiezukunft. Ganz konkret werden zwei umfangreiche

Schauprojekte zur Erprobung und Weiterentwicklung innovativer

Netztechnologien in den Gebieten um Perl und Freisen errichtet.

Die regionalen Gegebenheiten dieser Regionen werden daher die

künftige Energieversorgung in ganz Deutschland mitbestimmen.

Hier bewahrheitet sich der Saarland-Slogan: Großes entsteht

immer im Kleinen!

[tl]

D

ie Energiewelt hat sich dramatisch ver-

ändert. Und wird sich noch immer weiter

ändern! Auch wenn der Strom für unsere Kun-

den immer noch aus der Steckdose kommt, ist

der Weg dorthin heute deutlich komplizierter.

Früher lieferten wenige große Kraftwerks-

einheiten gewaltige Energiemengen in das

Hoch- und Höchstspannungsnetz. Heute spei­

sen unzählige Produzenten das Mittel- und

Niederspannungsnetz, z. B. mit PV-Anlagen

auf demHausdach. Das Leitungsnetzmuss also

nicht nur Energie zum Kunden hin, sondern

auch vomKundenweg transportierenunddas in

mittlerweilegewaltigenMengen. DieSteuerung

der Energienetze muss dabei immer umfang-

reicher werden, um Stabilität sicher zu stellen,

denn auch künftig gilt: dieNetzfrequenz beträgt

50 Hertz!

Der Anteil von elektrischer Energie aus erneu-

erbaren Quellen beträgt mittlerweile deutsch-

landweit rund 30 %. Bis 2050 wird dies auf 80 %

Designetz

– das Netz

der Zukunft!

energiewende