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So kennen wir ihn. BertholdWegmann, 16 Jahre

bei VSE NET, Geschäftsführer, hat den Laden

von Anfang an mit aufgebaut. Was bleibt, ist die

Erinnerung, in der Telekommunikation in der

Großregion etwas bewegt zu haben.

Scheinbar immer am Limit

Kontakt zu altenWeggefährten? Ja, sporadisch,

aber mehr privat. Wenn Schluss ist, ist Schluss,

damüssen heute andere ran. Bereut hat er seine

Entscheidung jedenfalls nicht. Fünf Arbeitgeber

hatte er in seinem Berufsleben, die längste Zeit

war er bei VSENET. Gegeben hat er immer alles,

sich eingesetzt für die Sache. Wer glaubt, das

hätte sich geändert, kennt ihn nicht, wird eines

Besseren belehrt. Der Tag ist durchstrukturiert,

mit vielen Dingen gefüllt, die ihm sichtlich Spaß

machen. Sportlich fit bleiben, ohne zu übertrei-

ben, das liegt ihm imwahrsten Sinne desWortes

am Herzen. Sich abstrampeln auf dem Home-

trainer imKeller? Ja, aber eigentlich zieht es ihn

nach draußen in die Natur. Rund 3.000 kmhat er

auf dem Fahrrad im letzten Jahr zurückgelegt.

Seine Lieblingsstrecke: Bitsch – Sarreguemines

– Kirkel, schlappe 140 km, aber wir sind ehrlich

„mit demPedelec“, wobei ermir versichert, dass

nur steil bergauf ein bisschen nachgeholfen

wird. Muckibude! Zwei Mal die Woche gehört

die auch zumFitnessprogramm. „Radfahrenmit

dem Nachbarn oder Freunden, Kraftraum mit

meiner Frau und natürlich Kulturprogramm.“

Das Saarland hat da einiges zu bieten. Einmal

pro Woche mindestens geht’s gemeinsam zu

einer kulturellen Veranstaltung. Und wie soll’s

bei ihm wohl anders sein. Den Gasthörerschein

an der Uni des Saarlandes hat er ebenfalls in der

Tasche. Kunstgeschichte ist sein Steckenpferd.

Ringvorlesungen, Seminare, Besuche vor Ort,

da wird allerhand geboten. Wer sich langweilt,

ist selber schuld.

Ein Zebresel als Deko, ein Hausdrachen zum

Streicheln – damit ist eine Skulptur gemeint! –,

eine bunte Lachfigur im Garten? Hat der jetzt

wirklich zu viel Zeit? Nein, nur handwerkliches

Geschick, die Liebe zum Detail und die Lust,

Materialien wie Holz, Speckstein oder Pappma-

ché zu bearbeiten. Ein ausgeprägtes Hobby mit

Werkstatt usw. „Was an denWänden hängt, dafür

ist übrigens meine Frau verantwortlich“, betont

er. Denn Malen sei nicht ganz so sein Ding.

Dann ist da noch der Garten. Zwei Hochbeete,

ein Kräutergarten, dazu jede Menge Ziersträu-

cher, versteckte Ecken und Winkel, akkurat

ausgeleuchtet, im Sommer ein hübsches Spiel

mit Licht und Schatten zumGenießen, zumEnt-

spannen. Der Strom kommt übrigens von der

Photovoltaikanlageauf demDachseinesHauses.

Essen hält Leib und Seele zusammen. Deshalb

kochen er und seine Frau auch gerne. Er lässt

mich probieren von seinen leckeren Chutneys,

von einem Pesto aus Giersch, von einem un-

gewöhnlichen „Pissenlit-Sherry“, vom selbst-

gemachten Himbeeressig … der Phantasie

scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Es wäre wohl nicht Berthold Wegmann. Zwei

Mal die Woche engagiert er sich für Flüchtlinge

aus Syrien. In denRäumen des DeutschenRoten

Kreuz in Kirkel gibt er Deutschunterricht oder

versucht es zumindest und zwar mit unkonven-

tionellen Methoden wie Bildsprache über das

Internet. Es sei nicht immer einfach, denn schon

bei Begriffen wie Kopf, Körper, Hände gebe es

bereitsMissverständnisse. „Aber esmacht Spaß

und das ist die Hauptsache.“

Was bleibt!

Und das alles ohne „Telekommunikation“? frage

ich ihn, der sich sein ganzes Berufsleben mit

dieser schnelllebigen Technik auseinanderge-

setzt hat. Auch hier klares nein! Für die VSE

NET sitzt er immer noch im Ausschuss der

IHK des Saarlandes für die Telekommunika-

tionsunternehmen, zumindest bis 2017, wenn

wieder gewählt wird. Und dann ist da noch der

gemeinnützige Vereinmit der Saarland-Domain.

Schon zuVSENET-Zeitenhat er ihnmit ins Leben

gerufen und ist dessen erster Vorsitzender. Das

Ziel: Den Saarländerinnen und Saarländern in

der digitalen Welt eine Heimat zu bieten, das

Image des Saarlandes zu stärken oder es im

Netz einfach bekannter zu machen. Klar, dass

deutschlernen.saarland schon als Domain re­

serviert ist und wohl demnächst im Web an den

Start geht.

Ein kleines Saarland-Rätsel hat er übrigens für

seine Familie, seine Bekannten und seine Rad-

freunde entwickelt. Auf ihren Touren schießen

sie Photos und fragen per whatsapp nach, wo

das denn sein könnte. Da ist er wieder ganz der

„Alte“, technikaffin, engagiert und eben doch

etwas mehr als 100 Prozent.

Das Leben ist eben eineBaustelle. Es gibt immer

was zu tun, auch im Leben nach der VSE NET.

[nea]