Previous Page  31 / 64 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 31 / 64 Next Page
Page Background

über ein Alleinstellungs-

merkmal, das weltweit

für Furore sorgt. Zwar

verfügen die Großen der

Branche über eigene Me-

thoden und Geräte, Wirk-

stoffen in Medikamenten

quasi besser auf die Spur

zu kommen. Doch derMJR

ist in seiner Arbeitsweise

einzigartig, einfach effizi-

ent, materialschonender im täglichen Umgang,

universell einsetzbar und somit kostengünstiger.

Hier kann auf der einen Seite ein Wirkstoff in

seine Moleküle zerlegt und wieder zu einem

Nanopartikel zusammengebaut werden. For-

scher schauen ganz gern mal nach, wie sich

die Moleküle mit anderen Stoffen vertragen,

welchen Weg sie gehen und wo und wie mehr

Effizienz herausgeholt werden kann. Zwar

verändern sie nicht den Wirkstoff, verbessern

aber seine Formulierung oder besser gesagt

die Parametrisierung wie beispielsweise seine

Löslichkeit. Auf der anderen Seite können die

Forscher in so einem Minireaktor auch Neues

schaffen, quasi eine Synthese, zumBeispiel den

Wirkstoff eines Medikaments so „verpacken“,

dass es erst an seinem Bestimmungsort im

Körper seine Wirksamkeit entfaltet.

Beispiel gefällig: Die Tablette zerfällt zwar schon

im Magen, aber die Schutzmoleküle um den

Wirkstoff sorgen dafür, dass er erst im Dünn-

darmwirksamwird. Positiv schon deshalb, weil

der Patient gar nichtmehr so vieleMedikamente

schlucken muss klar nach dem Motto weniger

ist mehr. Lästige Nebenwirkungen können

folglich ebenfalls reduziert werden. In der Ef-

fizienzverbesserung der Transportwege von

Wirkstoffen imKörper sieht Dr. Baumstümmler

in den nächsten Jahren großes Potential. Kein

Wunder, dass selbst die Großen der Branche

sich für die Forschung made in Saarland bei

Instillo brennend interessieren. Sie ordern

dann bei Instillos Pharma-Lizenzpartner Leon

oder sie lassen sich den Mini-Reaktor in ihre

Produktionskette einbauen.

Vier bis sechs Jahre gehen übrigens ins Land,

bis so ein verbesserter Wirkstoff für Ärzte und

Patienten auf den Markt kommt. Bei Neuent-

wicklungen dauert es sogar imDurchschnitt 15

Jahre. In den nächsten Jahren soll inÜberherrn

jedenfalls eine eigene Produktionskette entste-

hen und damit verbunden weitere hochqualifi-

zierte Arbeitsplätze. Das Areal

von 12.000m

2

inÜberherrn gibt

es jedenfalls her.

Doch es geht nicht nur um den

pharmazeutischen Bereich.

Während die KDOmegaHealth

in Bexbach bzw. Homburg das

Know-how von Instillo im

Bereich der Nahrungsergän-

zungsmittel großtechnisch

bereits nutzt, stehen andere

Branchen ebenfalls in den Startlöchern. Ein Kosmetik-

hersteller in Regensburg sowie ein großer Produzent

der Holzindustrie planen 2016 den Einsatz vonMJR für

ihre Produktion.

Energieeffizienz wird großgeschrieben

Großes imKleinen oder Kleines imGroßen, wie man’s

nimmt. Instillo group setztMaßstäbe in derNanotechno-

logie. Auch imEnergiebereich. AmStandort setzt man

gemeinsammit der Gemeinde und deren Gesellschaft

KDÜKommunale Dienste Überherrn ein vorbildliches

Energiekonzept um, z. B. mit dem Einsatz von Photo-

voltaikanlagen. Und energis als Strom- und Erdgaslie-

ferant hat man gleich mit ins Boot geholt, wenn es um

den effizienten Einsatz von Energie geht. Schließlich

benötigen die vielen Laborgeräte elektrische Energie,

der Lagerraum für Medikamente kühle Temperaturen,

dieLabore eineKlimatisierung. Eine eigene Trafostation

auf demGelände sowie der Glasfaseranschluss der VSE

NET sorgen für Sicherheit und schaffen infrastruktur-

technisch gesehen die Voraussetzungen für weitere

Wachstumspläne. Instillo denkt bereitsweiter und plant

einen Fuhrpark mit Elektroautos für die Mitarbeiter,

gespeist von der Photovoltaikanlage auf dem Dach

des Gebäudes. Effizienz und Nachhaltigkeit einfach

auf allen Ebenen.

[nea]

< Instillo-Chef Dr. Bernd

Baumstümmler mit

dem Mini-Reaktor.

>Weitere Infos:

www.instillo.de

ralph.mueller@energis.de

31