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„Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (kurz

NAPE genannt) eine umfassende Strategie auf

denWeg gebracht. So sollen, sagteDornseifer, in

Deutschland bis 2020 rund 500 Energieeffizienz-

Netzwerke amStart sein. Das sehe er aber ange-

sichts des aktuellen Standes kritisch: „Die Frage,

wie sie die 500Netze hinbekommenwill, lässt die

Bundesregierung offen. Heute liegt die Anzahl

dieser Netze im kleinen, zweistelligen Bereich.

Wenn Deutschland das nicht hinbekommt, droht

eine Brüsseler Verordnung undwir schreiben die

Energieeffizienzrichtlinie neu.“

Jedenfalls würden, so Dornseifer, derzeit die

in den Kommunen vorhandenen Energiespar-

potenziale „nicht im gewünschten Maß ausge-

schöpft“. Und genau hier setzen energis bzw.

die VSE-Gruppe mit ihrer Initiative an. Oder

anders ausgedrückt: Die umweltfreundlichste

und günstigste Kilowattstunde ist jene, die wir

erst gar nicht verbrauchen.

Mit einem kommunalen Energieeffizienz-

Netzwerk im Saarland übernehmen die Initia­

toren eine bundesweite Vorreiterrolle. In der

Anfangsphase sollten sich fünf bis zwölf Kom-

munen/Landkreise als potenzielle Teilnehmer

zusammenfinden. Sind sich die Partner einig,

wird es einen Zusammenschluss zwischenNetz-

werkteilnehmern undNetzwerkmanager geben,

sagte Michael Sautter von der FAMIS. Natürlich

gibt es bei etlichen Kommunen und Landkrei-

sen schon eigene Programme, Initiativen oder

Klimaschutzmanager. Vorhandene Bausteine

sollen in das neue Netzwerk integriert werden.

energis-Geschäftsführer Dr. Klaus Bauer: „Wir

wollen eine Gruppe zusammenbekommen, die

zueinander passt. Großer Vorteil: Die Unterstüt-

zung der Partner-Kommunen/Landkreise durch

VSE/energis/Stadtwerkekommt aus einerHand.“

Wenn alles gut laufe, könne das Netzwerk in den

ersten Monaten des Jahres 2017 an den Start

gehen, so Bauer.

Um die Netzwerke voranzutreiben, gibt es öf-

fentliche Fördermittel vom Bundeswirtschafts-

ministerium. Eine Beispielrechnung: Bei einer

dreijährigen Laufzeit ergeben sich proNetzwerk-

teilnehmer rund 52.000 Euro Gesamtkosten,

davonwerden insgesamt 32.000Euro (rund10.800

Euro pro Jahr) gefördert. Bleiben unterm Strich

für die Kommune/Landkreis 19.600 Euro (rund

6.500 Euro pro Jahr) Eigenanteil. „Der wird über

Energieeinsparungen, Kompetenzgewinn und

Synergieeffekte in diesem Zeitraum mehr als

ausgeglichen“, so Ralph Schmidt (Arge Solar.)

Wie ist dieMeinung der in Frage kommenden Ak-

teure zu demVorstoß? „kontakt“ hat nachgefragt.

Udo Recktenwald, Landrat des Kreises St. Wen-

del: „Das ist einweiterer wichtigerMosaikstein in

Richtung Energiesparen. Energieeffizienz ist ein

entscheidender Baustein zur Energieeinsparung.

Die Initiative finde ichgut, die VSE ist der geborene

Partner dafür. Ich glaube, dass wir da etwas tun.“

Gilbert Groß von der Gemeinde Tholey: „Ich finde

die Idee auf jeden Fall schon mal interessant.

Wir tun dazu auch schon etwas, wir müssen nur

Doppelstrukturen vermeiden.“

Dietmar Bauer, Geschäftsführer der Stadtwerke

St. Wendel: „Wir werden uns Gedanken darüber

machen, ob wir hier als einer der Partner auf-

treten können.“ Natürlich müsse dabei auch der

Blick in Richtung der bisherigen Aktivitäten des

Landkreises St. Wendel gehen.

Dr. Ralf Levacher, technischer Geschäftsführer

der Stadtwerke Saarlouis: „Man sollte zunächst

mal eine Bestandsaufnahme machen. Wer hat

schon was? Esmacht keinen Sinn, etwas doppelt

zumachen. Das Problemwird sein, das Ganzemit

Leben zu erfüllen und zum Laufen zu bringen.“

Und Peter Lehnert, Bürgermeister der Gemeinde

Nalbach: „Wir haben auch schon verschiedene

Ideen und müssten sehen, wie wir die energis

einbinden könnten und wo der größte Nutzen für

uns liegt.“

[ur]