Umweltschutz mit System

Umweltschutz hat im Kraftwerk Ensdorf bereits eine lange Tradition. Schon bei der Inbetriebnahme des ersten Kraftwerksblocks im Jahre 1963 wurden Emissionsminderungsmaßnahmen durchgeführt. So wurden die Rauchgase des Kraftwerks von Beginn an über Elektrofilter geleitet um so 99% der Staubemissionen zurückzuhalten.
Auch zur Lärmminderung wurden bereits vor der Inbetriebnahme Lärmschutzdämme errichtet und andere Maßnahmen getroffen, damit die gesetzliche Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz früher wie auch heute sicher eingehalten werden.
Mitte der Achtziger Jahre wurden aufgrund der Verschärfungen des Bundesimmissionsschutzgesetz weitere Anlagen zur Rauchgasreinigung notwendig. Da hierzu hohe finanzielle Anstrengungen notwendig waren, wurde der Beschluss gefasst, diese Investitionen nur für Block 1 und 3 zu tätigen und Block 2 nach einer Restnutzungsdauer Ende 1992 stillzulegen.
Im ersten Schritt wurden 1988 die Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) für Block 1 und 3 in Betrieb genommen. Diese Anlagen arbeiten nach dem sogenannten Sprühabsorptionsverfahren (SAV). Hierbei wird ein Kalkmilch-Wasser-Gemisch als Absorbens im Rauchgas zerstäubt. Die bei der Verbrennung gebildeten Schwefelverbindungen werden zusammen mit Chlor- und Fluorverbindungen aus dem Rauchgas absorbiert und das eingebrachte Wasser durch die Restwärme des Rauchgas verdampft.
Es fällt ein trockenes, staubförmiges Entschwefelungsprodukt, das mittels Elektrofilter aus dem Rauchgas abgeschieden wird. Abwasser fällt bei diesem Prozess nicht an, wodurch sich diese Verfahren gegenüber dem überwiegend eingesetzten Verfahren der Rauchgaswäsche (Nass-REA)auszeichnet.
Im 2. Schritt wurde dann Ende 1989 die Rauchgasentstickungsanlagen (DeNOx) in Betrieb genommen. Diese Anlagen arbeiten nach dem Verfahren der selektiven katalytischen Reduktion (SCNR). Hierbei wird gasförmiger Ammoniak im Rauchgasstrom mit den bei der Verbrennung entstandenen Stickoxiden vermischt und bei Temperaturen von rund 300°C katalytisch zu Stickstoff und Wasserdampf umgesetzt. Diese Produkte sind normale Bestandteile unserer Luft, so dass bei diesem Prozess kein Abfall entsteht.
Das für diesen Prozess erforderliche Lager für flüssigen Ammoniak unterliegt den Vorschriften der Störfallverordnung. Die Anlage wird von unserem Betriebspersonal ständig überwacht und wird in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen Sachverständigen geprüft. Für Notfälle besteht ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan, der mit den zuständigen Behörden abgestimmt ist. Zur Information der Öffentlichkeit im Gefahrfall haben wir eine Broschüre über die entsprechenden Verhaltenregeln erstellt.

Reststoffverwertung - ein aktuelles Thema - im Kraftwerk Ensdorf schon lange vom Tisch. Staub aus den Rauchgasen, Asche aus den Kesseln und Entschwefelungsprodukt aus der REA, das sind die Reststoffe die in Ensdorf beim Kraftwerksbetrieb anfallen. Unsere Verwertungsquote liegt hier bei stolzen 100%. Staub aus den Rauchgasen- auch als Flugasche oder Flugstaub bezeichnet ist ein zertifizierter Baustoff, der regelmäßigen Qualitätsüberwachungen unterliegt. Er wird als Bindemittel im Beton eingesetzt, und kann bis zu einem gewissen Anteil Zement als Bindemittel ersetzen.
Asche aus den Kesseln - auch als Schmelzkammergranulat bezeichnet - findet im Straßen- und Wegebau sowie als Drainagematerial vielfältige Anwendung. Entschwefelungsprodukt aus der REA findet als Verfüllmaterial in Rekultivierungsmaßnahmen, als Deponieabdichtmaterial und neuerdings auch als Düngemittel Anwendnung.

Zertifiziertes Umweltmanagementsystem
Das Kraftwerk Ensdorf verfügt über ein Umweltmanagementsystem, das nach ISO 14001 zertifiziert ist und das die Bedingungen der EG-Öko-Audit-Verordnung erfüllte. Das Kraftwerk Ensdorf ist unter der Registernummer DE-S-170-00044 in das EG-Standortregister eingetragen.
Hiermit wurde die Umweltpolitik, die Umweltziele, das Umweltprogramm, das Umweltmanagementsystem, die Umweltprüfung, das Verfahren zur Umweltbetriebsprüfung und die Umwelterklärung 2000 des Standortes für gültig erklärt. Es wird dokumentiert, dass das Kraftwerk alle umweltrelevanten Vorschriften und Auflagen einhält. Ebenso hat sich das Kraftwerk Ensdorf verpflichtet, kontinuierlich seine Umweltauswirkungen zu vermindern. Hierzu wurde vom Vorstand der VSE eine klar formulierte Umweltpolitik verbindlich eingeführt.

Mit intelligenten Lösungen die Zukunft gestalten! lautet der Titel der Umwelterklärung 2000, in der das System für die Öffentlichkeit dokumentiert wird. In dieser Broschüre erhalten Sie ausführlich Auskunft über das Kraftwerk Ensdorf, die Umweltpolitik sowie die Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltauswirkungen. Anhand der darin veröffentlichten Daten wird der Erfolg der Maßnahmen nachvollziehbar dargestellt.

Kontakt

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Kurt-Kessler-Straße 1
66806 Ensdorf

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Telefax 0681 607 6300
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