Partnerschaftstag Wasser 2009 in Quierschied-Göttelborn

15.09.2009

Saar-Trinkwasser von bester Qualität

Partnerschaftstag Wasser 2009 in Quierschied-Göttelborn

 

Ein ,,Wassercheck" durch den Verbraucher selbst ist im Saarland nicht nötig. Darauf hat der Chef des größten saarländischen Wasserversorgungsfirma (energis), Helmut Fuss, beim Partnerschaftstag Wasser 2009 hingewiesen. Denn die Wasserqualität sei hier zu Lande bestens.

Quierschied-Göttelborn. Vor rund 70 Wasserspezialisten aus dem Saarland und aus Forbach, das von der energis mit Wasser versorgt wird, auf dem Gelände der früheren Grube Göttelborn meinte Fuss, die Diskussionen um den Wasserpreis in Deutschland werde an der Saar nicht zu Problemen führen. Selbst wenn, wie in Hessen, auch im Saarland das Kartellamt tätig werden sollte.

Natürlich müsse sich die heimische Wasserwirtschaft auf Nachprüfungen einstellen. Fuss empfahl den anwesenden Bürgermeistern und Vorständen der Saar-Wasserwirtschaft, nach vernünftigen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu kalkulieren und Transparenz herzustellen.

Denn wenn, wie im hessischen Wetzlar, Rückzahlungen an die Kunden bis ins Jahr 2007 von den deutschen Wasserfirmen verlangt würden, könnten einige Unternehmen in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Der Wasserpreis sei von Gemeinde zu Gemeinde, von Region zu Region unterschiedlich. Das hänge nicht zuletzt von den Kosten "unter der Erde" ab, erläuterte Andreas Korth, Wissenschaftler vom Technologiezentrum Wasser (Dresden) gegenüber unserer Zeitung. Immerhin entfielen 80 Prozent der Kosten der Wasserwirtschaft auf das Leitungssystem. Mindestens ein Prozent der Leitungen müssten pro Jahr erneuert werden, was eine Rundum-Erneuerung spätestens alle 100 Jahre möglich mache.

Bei den hohen Investitionskosten für den Ausbau und die Erhaltung der Leitungen komme der Wasserpreis automatisch unter Druck. Wie das Beispiel der Stadt Leipzig zeige, wo das marode Wassersystem aus DDR-Zeiten erneuert werden musste.

Der sächsische Wasserexperte, der zu ,,Güteveränderungen im Trinkwassernetz" sprach, konnte auf Grund der Dresdner Forschungen insoweit beruhigen, als längere Verweildauern in den Wasserleitungen keinen erheblichen Anstieg der Keimzahlen mit sich bringt. Zwar gebe es in jedem Trinkwasser "Aufkeimungen", doch gingen diese selbst zurück, weil die Bakterien mit der Zeit keine Nahrungen mehr finden und damit "verhungern".

Was die Ablagerungen im Netz angeht, könne die Verminderung der Fließgeschwindigkeit zu höheren Anlagerungen führen, so Korth. Die Zunahme des Ablagerungsniveaus erhöhe zwar das Risiko von Braunwasser-Erscheinungen, doch sei das nicht gefährlich. Sein Rat: ,,Ein paar Liter ablaufen lassen. Das reicht!"

Die saarländische Wasserwirtschaft sieht sich nach den Worten von Friedrich Erben vom Saar-Umweltministerium ab 1. März 2010 einem neuen Wasserrecht gegenüber. Nachdem ein umfassendes Umweltgesetzbuch in Berlin gescheitert sei, würden nun Teilgebiete wie das Wasserrecht auf Bundesebene einzeln novelliert. Das Saarland müsse sich indes nicht sehr umstellen, da sich viele Inhalte, die das Saar-Wasserrecht bislang schon vorsah, nunmehr bundeseinheitlich zur Anwendung kommen.

Für Thomas Sichla, Prokurist der RWE Aqua GmbH, gilt es auch in der Wasserwirtschaft, Energie zu sparen. Denn an den Gesamtbetriebskosten macht die Energie bei einem Gesamtverbrauch von 10.000 Gigawattstunden im Jahr 20 Prozent aus. Dabei gebe es noch erhebliche Effizienzreserven in der Größenordnung bis 30 Prozent. Schon einfache technische Neuerungen mit geringen Investitionen brächten Einsparungen an Geld und Energie. Geldsparen und Energiesparen seien also kein Gegensatz.